Peru ist ein Land der verurteilten Präsidenten. Die meisten lebenden ehemaligen peruanischen Präsidenten sitzen im Gefängnis. Einer, Alan García hat sich seiner Verhaftung entzogen durch Selbstmord.
Die Ermittlungen gegen García reihen sich ein in einen endlosen Skandal um die brasilianische Baufirma Odebrecht. Von 2001 bis 2015 soll Odebrecht rund 790 Millionen US-Dollar Schmiergelder an Politiker und deren Strohmänner in mindestens zehn lateinamerikanischen Ländern gezahlt haben. Diese Summe nannte ein New Yorker Gericht, das gegen den Bauriesen ermittelte. Von der dreistelligen Millionensumme sollen 29 Millionen Dollar nach Peru geflossen sein. Einer der Präsidenten, Alejandro Toledo tauchte 2017 bei den „Freunden“, der USA unter (die hilft allen Regierenden, wenn sie nur weit genug rechts sind). Im peruanischen Auslieferungsgesuch an die US-Justiz wird er beschuldigt, von Odebrecht 36 Millionen Dollar erhalten zu haben – im Gegenzug sollte er den Bau einer Autobahn genehmigen.(taz)
Der umstrittenste seiner ehemaligen Präsidenten ist jedoch Alberto Fujimori. „El Chino“ regierte Peru zwischen 1990 und 2000. Seine Art zu regieren war – in seinen eigenen ironischen Worten – eine „dictablanda“. Das heißt, eine weiche Diktatur. Er hat zwar die Terrororganisation „Sendero Luminoso“ (leuchtender Pfad) zerschlagen, in deren Kämpfen mehr als 70 000 Menschen ums Leben kamen, mehrheitlich durch den Sendero. Die Kommission für Wahrheit und Versöhnung warf jedoch auch den Regierungen Garcías und Fujimoris systematische Menschenrechtsverletzungen vor.
Im Jahr 2000 wollte Fujimori zum dritten Mal für die Präsidentschaft kandidieren und versuchte dazu, die Verfassung zu ändern. Doch der Skandal um die „vladivideos“ zerstörte seine Hoffnungen und Fujimori floh aus dem Land.
Am 14. September wurde im Fernsehen ein Video gezeigt, in welchem Vladimiro Montesinos, einer der wichtigsten Berater und Weggefährte Fujimoris, dem Oppositionsabgeordneten Alberto Kouri Bestechungsgeld in Höhe von 15.000 US Dollar für dessen Übertritt in die Partei des Präsidenten übergibt. (Köstlich, wie der im Fernsehen danach vor Reportern, die ihn vor der Hintertür des Parlamentes gestellt hatten, abwehrt, das wäre doch nur ein Kredit gewesen). Nach und nach wurde die Sammlung von 700 hausgemachten Videoaufnahmen veröffentlicht, in denen Montesinos Unternehmer, Medienmanager und Politiker besticht, um sie zum Übertritt zum Fujimorismus zu bewegen. Und siehe da, die Mehrheit zur Verfassungsänderung kam zustande.
Kurz darauf wurde er in Chile verhaftet und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit Dezember 2023 ist Alberto Fujimori frei. Vierzehn Jahre nach seiner Verurteilung zu 25 Jahren Gefängnis hat das Verfassungsgericht eine humanitäre Begnadigung gewährt. Alberto Fujimori ist 85 Jahre alt.
