Persönliche Grüße aus dem Waisenhaus Sagrado Corazon Teil II

Noemi

Hallo, ich bin Noemi, ich schicke euch viele Grüße aus dem Waisenhaus, tschüss!

America

Hallo, ich bin America, es geht mir gut hier im Waisenhaus. Ich wollte dir danken für alles, was du mir geholfen hast. Danke!

Alfredo

Grüße an alle Paten in Deutschland. Wir sind hier zusammen mit allen Patenkindern und sind sehr fröhlich. Wir hoffen, dass wir euch eines Tages hier persönlich begrüßen dürfen. Eine feste Umarmung!

M. Hogar in Montero

Wir haben unsere Patenkinder besucht, die im Waisenhaus „Sagrado Corazon“ leben.

Sie sind zwischen 9 (Noemi) und 17 Jahre (Maria del Carmen) alt und wir waren zuerst in dem Klassenraum, in dem sie heute Glückwunschkarten für alle Eventualitäten gestaltet haben. Heute war kein richtiger Unterricht.

Vorgestern hatten sie ihre Karnevalsfeier mit der Prämierung der besten Kostüme, der besten Gruppenperformance und mit Tanz. Gestern war dann verschärftes Feiern mit Wasserschlacht , Nachlaufen, viel Gequietsche und Lachen .

America und Noemi waren ein bisschen schüchtern und hatten keine Fragen. Noemi haben gar nicht wieder erkannt, aus einem zahnlosen strubbeligen Wesen ist ein niedliches Mädchen geworden .

Wir saßen zusammen mit Maria del Carmen, Marlene, Asunta, America, Lisbeth und Noemie und sie waren alle sehr interessiert. Sie wollten natürlich die neusten Fotos ihrer Pateneltern sehen und fragten uns aus.

Besonders Lisbeth, die zweitjüngste, wollte alles über Friedemann und Margrit wissen, was in der Schule ihre Lieblingsfächer waren, welche Sprachen sie sprechen und was sie arbeiten, wie die Söhne heißen und ob sie viel reisen.

Sie kam dann auch auf die Idee, dass jede einen kurzen Gruß an ihre Pateneltern sprechen sollte.

Maria del Carmen war mir schon beim ersten Kennenlernen aufgefallen, weil sie mich sofort ausgefragt hat. Wo wir wohnen, wie viele Sprachen wir sprechen, was Klaus und Marga arbeiten. Sie ist jetzt im letzten Schuljahr und will nächstes Jahr eine Ausbildung zur Krankenschwester machen.

Asunta erzählte, dass es ihr Leid tue, dass sie jetzt Flöte spielen muss, dabei hat sie das Klavierspielen so geliebt. Und sie war hocherfreut, dass ihre Patin auch Klavier spielt.

Und Marlene wollte genau wissen, was Hannelie studiert und gearbeitet hat. Und ob sie wohl irgendwann mal nach Bolivien kommt.

Und alle fragten immer wieder, ob die Chance besteht, dass sie ihre Pateneltern einmal persönlich kennenlernen könnten, in Bolivien.

Der Abschied fiel ihnen und uns schwer, diesmal war so etwas wie Vertrautheit da. Wir sollen doch bitte nächstes Jahr wieder kommen.

Das Waisenhaus

Gestern Nachmittag waren wir in dem Waisenhaus, in dem 5 unserer Patenkinder leben. Insgesamt wohnen dort 125 Mädchen, 19 etwas ältere leben in einer anderen Unterkunft in der Nähe der Oberschule und 10 schwer behinderte Kinder haben eine eigene Wohnung mit ihren Betreuerinnen.

Bevor wir „unsere“ Mädchen treffen konnten, gab es ein Programm für die Gäste. Drei Ballett- und Kunstturndarbietungen in hübschen Kostümen. Besonders die Kleinen, zwischen sechs und neun Jahren machten ihre Handstandüberschläge und Bogengänge mit einer solchen Grazie und Leichtigkeit auf dem Betonfußboden, dass sich jeder deutsche Turnverein um sie reißen würde. Sehr aufgeregte Kinder sagten im Chor Gedichte auf, und an ihrem Minenspiel konnte man erkennen, dass es nicht so richtig klappte, aber wegen des Lärms, den die Papageien und die Motorräder draußen machten, war sowieso nichts zu verstehen.

Dann war Wiedersehensfreude und Geschenke austeilen angesagt. Da die ganz Kleinen auch dabei sein wollten und wir sie nicht vertreiben konnten, haben wir alle Süßigkeiten an alle verteilt. Wir hatten ja genug dabei, und es ging nicht, nur 5 Kindern etwas zu geben und die anderen zuschauen zu lassen.

Am meisten freuten sie sich über die Fotos ihrer Paten, die wir Ihnen mitgebracht hatten und unsere Erzählungen. Sie wollten ganz genau wissen, wie wir alle miteinander verwandt sind und wollten es immer wieder hören, von Reinhold, von mir. Sie wollten immer wieder die Fotos auf Reinholds Handy sehen, von Elia, Mirjam, Mario, Hanneli, Marga, Carlotta, und den neuen Paten. Sie haben ihn angefasst, an ihm gezerrt. Wann haben Sie schon mal einen Mann in Reichweite, dazu noch einen netten? Wir haben auch über ihre Hobbys geredet, welchen Sport sie gerne machen. Asunta und Maria Del Carmen mussten mit Sport aufhören und besticken nachmittags nach der Schule Tischdecken. Die werden von den Schwestern auf den umliegenden Märkten verkauft und tragen zum Einkommen des Waisenhauses bei. Die neue Stipendiatin von Katharina wohnt in der Stadt, sie treffen wir nächste Woche, ein ganz tolles Mädchen.

Den vorgesehenen Zeitrahmen haben wir gesprengt, wir konnten uns nicht trennen.

Unsere Pläne, im Hellen zu Hause anzukommen und abends noch gemeinsam kochen mussten wir aufgeben. Es war schon lange dunkel, als wir nachdenklich und tief berührt in Sta Cruz ankamen.