Das Waisenhaus

Gestern Nachmittag waren wir in dem Waisenhaus, in dem 5 unserer Patenkinder leben. Insgesamt wohnen dort 125 Mädchen, 19 etwas ältere leben in einer anderen Unterkunft in der Nähe der Oberschule und 10 schwer behinderte Kinder haben eine eigene Wohnung mit ihren Betreuerinnen.

Bevor wir „unsere“ Mädchen treffen konnten, gab es ein Programm für die Gäste. Drei Ballett- und Kunstturndarbietungen in hübschen Kostümen. Besonders die Kleinen, zwischen sechs und neun Jahren machten ihre Handstandüberschläge und Bogengänge mit einer solchen Grazie und Leichtigkeit auf dem Betonfußboden, dass sich jeder deutsche Turnverein um sie reißen würde. Sehr aufgeregte Kinder sagten im Chor Gedichte auf, und an ihrem Minenspiel konnte man erkennen, dass es nicht so richtig klappte, aber wegen des Lärms, den die Papageien und die Motorräder draußen machten, war sowieso nichts zu verstehen.

Dann war Wiedersehensfreude und Geschenke austeilen angesagt. Da die ganz Kleinen auch dabei sein wollten und wir sie nicht vertreiben konnten, haben wir alle Süßigkeiten an alle verteilt. Wir hatten ja genug dabei, und es ging nicht, nur 5 Kindern etwas zu geben und die anderen zuschauen zu lassen.

Am meisten freuten sie sich über die Fotos ihrer Paten, die wir Ihnen mitgebracht hatten und unsere Erzählungen. Sie wollten ganz genau wissen, wie wir alle miteinander verwandt sind und wollten es immer wieder hören, von Reinhold, von mir. Sie wollten immer wieder die Fotos auf Reinholds Handy sehen, von Elia, Mirjam, Mario, Hanneli, Marga, Carlotta, und den neuen Paten. Sie haben ihn angefasst, an ihm gezerrt. Wann haben Sie schon mal einen Mann in Reichweite, dazu noch einen netten? Wir haben auch über ihre Hobbys geredet, welchen Sport sie gerne machen. Asunta und Maria Del Carmen mussten mit Sport aufhören und besticken nachmittags nach der Schule Tischdecken. Die werden von den Schwestern auf den umliegenden Märkten verkauft und tragen zum Einkommen des Waisenhauses bei. Die neue Stipendiatin von Katharina wohnt in der Stadt, sie treffen wir nächste Woche, ein ganz tolles Mädchen.

Den vorgesehenen Zeitrahmen haben wir gesprengt, wir konnten uns nicht trennen.

Unsere Pläne, im Hellen zu Hause anzukommen und abends noch gemeinsam kochen mussten wir aufgeben. Es war schon lange dunkel, als wir nachdenklich und tief berührt in Sta Cruz ankamen.

5 Gedanken zu “Das Waisenhaus

  1. Lieber Reinhold, ich würde auch so eine Patenschaft übernehmen. Kannst du mir die Infos schicken, wieviel wohin und wer es brauchen kann! Liebe Grüße Hanna

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  2. Es begeistert immer wieder zu lesen, was Ihr tolles macht! Schön, dass ich daran teilhaben darf – und sei es nur durch interessiertes Lesen und Weitererzählen. Und by the way: Reinhold – herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

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    1. Danke Uli, es ist alles sehr beeindruckend und die Kinder sind so nett und interessiert, und mit wenig kann man viel helfen. Der Vergleich mit deutschen Kindern verbietet sich.

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