Porto

Adda&Bergis sind z.Z. in Portugal, Bergis hat eine ganze Galerie über Porto veröffentlicht (auf „Porto“ klicken). Hat meine Erinnerungen und Träume wieder geweckt.

Porto
Bahnhof São Bento mit Azulejos

Von Porto nach Santiago gepilgert, 2017 war das. Zu gerne möchte ich diese Wanderung wiederholen. Ob ich es nochmals schaffe? Und Porto ist außergewöhnlich schön!

Eine Reise nach England – Ende

Jetzt fragt der Eine oder der Andere, wo bleibt das Negative, Herr E? Natürlich gibt es einiges. G jo anz oben steht diese hündische Ergebenheit und Bewunderung allem Adeligen und ihren Schlössern gegenüber.

Windsor Castle Wikipedia

Meine Antwort hat Brecht gegeben:

Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschlappt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon –
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?

https://lyricstranslate.com/de/fragen-eines-lesenden-arbeiters-questions-reading-workman.html

Die Engländer haben zwar mal ihren König hingerichtet, 40 Jahre später tats ihnen aber wieder leid und sie haben sich wieder einen geholt samt Dukes und Unteradel. Und ihnen gesagt: Macht habt ihr nicht mehr, aber wir haben Freude an euch. Dafür bezahlen wir euch. Und den ganzen Schmarotzerverein bis heute behalten.

Sidmouth-London-Brüssel-Frankfurt-Dietzenbach

On my way home

6 Grad, diesig, eine alte Lady schwimmt wie jeden Tag durch die Bucht, Surfer warten auf ihre Welle, Jogger in kurzen Hosen trotzen Wetter und Dunst und Gerret holt mich ab.Viel gelernt, viel erfahren, um ein Abenteuer reicher.

Es gibt noch so viel zu erzählen. Von den langen Schlangen überall, am Sonntag vor dem Kaffee 50 Leute hintereinander und der vorderste wählt in aller Ruhe, plaudert oder mit dem bezahlen mit dem Handy allüberall auch mit kleinsten Beträgen (ich musste zum Schluss nichts mehr wechseln) oder von Schildern in jedem Lokal, dass Unverträglichkeiten und Vegan gerne berücksichtigt werden, don’t hesitate to ask. Und dann immer wieder Freundlichkeit. Du musst nur kurz lächeln, schon hast du zwei Followers. Im Flughafen kam ein junger Mann, den ich gefragt hatte, ein Stockwerk tief hinter mir her um mir den Weg zu zeigen. Er hatte sich selbst erkundigen müssen.

Am Bahnhof sitzt wieder einer am Klavier. Er kann nur Akkorde und singt inbrünstig aus voller Kehle.

By by schräge Leute, by by normale Leute, by by Brexiteers, by by Europateers, by by freundliche, by by unfreundliche. Lacht weiter, egal was passiert, es ist die beste Medizin. Mir hat’s gefallen.

Meine Güte, bin ich müde. Ich brauch einen Tee!

Champagner trinken und warten, dass der Eurostar vorbei kommt

Brüssel, 18:25 Intercity nach FFM. Ich bin wieder im Land der ernsten Leute.

Sidmouth Donnerstag Abend Pub

Diese Pubs sind schön. Gemütlich. Angenehm. Laden ein, sich zu besaufen. Essen kann man auch. Und Soleier haben Tradition. Sie reden miteinander. Wie der Ami von gestern sagt: keine Minute dauert es, bis sie zusammen lächeln, lachen, froh sind. Bei dem Wetter wäre ich permanent depressiv.

Natürlich gibt es hier Menschen, die nicht lachen, nicht freundlich sind, es soll sogar welche geben, die Ausländer gar nicht mögen. Es ist wie in Rio. M pflegt zu sagen Cariocas sind herzlich und nett, die anderen stehen in der Zeitung.

Fällt mir gerade auf, Pubs sind homemade, nichts vom charmloser auf alt geprügelter Ausstattung deutscher Lokale, gesponsert von Bierbrauern, wahrscheinlich bei Quelle gekauft und aus billigstem Furnier hergestellt. Die Bar in Pubs ist immer edel, Esstische und Stühle scheinen aus Altbeständen irgendwoher und mit Liebe zusammengestellt. Oder stehen die schon so lange wie sie aussehen?

Schöne Frauen sind selten, schöne Männer auch. Aber wenn sie lachen, verströmen sie einen umwerfenden Charme. Und always polite, thank you very much hier und thank you very much da. Und dann lachen sie dich an. Amerikanische Bedienungen lachen auch. Ein antrainiertes Lachen. Deutsche Bedienungen halten Dich für ein Weichei, wenn du mit ihnen lachst.

Die Dame gegenüber ist die schönste im Pub. Sie hat ein Chihuahua Hündchen und einen Mann. Ersteres hetzt und liebt sie, hat es auf den Schoß, macht ein Foto von ihm unter dem Tisch. Sie muss sich verrenken, das Foto ist ein Scherenschnitt black and white. Mit ihrem Mann redet sie manchmal wenn sie sich nicht um Hund und Handy kümmert.

Englisches Essen schmeck nicht? Diese Pie war köstlich. Der Whiskey auch. Die Biere auch. Der Heimweg durch verschlafene Gassen auch.

Ich bin so müde, ich kann nicht mehr lesen. Musik hören auch nicht. Um 10:00 schlafen? Schrott. Was alles ist passiert? Um 7:00 erwacht. Nachrichten, Emails, erste Antworten, Blog begonnen (was sich so in der Nacht angesammelt hat); Gymnastik (wegen des vielen Sitzens macht der Rücken zunehmend Schwierigkeiten). Frühstück bis ich nicht mehr kann. Zur Schule. 9-12.30 Uhr Unterricht. Mittags Suppe und Tee im Kaffee. Frühstückstee gekauft für zu Hause (hab mich beraten lassen). Kleiner Spaziergang. Email. Blog. Mittagsschlaf. Wanderung den Strand entlang, den Berg hinauf, durch die Stadt. Bilder editiert. Email. Vokabeln lernen. AT. Pub. Blog im Pub. Zurück im Hotel und Hausaufgaben. Email. Lese weiter in Live and Death in the Andes. Bin bei Che. Die Augen und der Sinn wollen nicht mehr. Ich schreibs auf. 10:14 Abends Ende der Fahnenstange. Tschau schnöde Welt

Ich brauche Ms Tropfen. Sie schläft gut.

Sidmouth Freitag Abend

Warum fahren die Briten (und andere Vasallen) links?

Wird abgeleitet aus der Zeit der Turniere und Schwertkämpfe. Bis in das späte 17. Jhdt war es überall (auch auf dem Festland) üblich, links zu reisen. Die „edlen“ Herren ließen ihre Damen links gehen wenn sie mal gingen, hielten sich selbst auf der linken Seite, damit der Schwertarm rechts frei war. Falls ein anderer edler oder unedler Mensch vorbeikam und was von der Dame oder dem Ritter wollte, der rechte Arm das Schwert aus der links getragenen Scheide ziehen konnte.

War er mit dem Pferd unterwegs, stiegen die meisten von links auf, hielten die Zügel mit der linken Hand und ritten links weiter. Beim rechts reiten musste das Schwert über den Kopf des Pferdes geschwungen werden.

Robespierres machte in der französischen Revolution alles anders, führte den Rechtsverkehr ein und Napoleon verbreitete ihn in Europa. Manche sagen, kam ihm entgegen, er war linkshändig und ließ seine Armee rechts von ihm marschieren.

Doch die Briten blieben stur bei links, sie sind halt was Besonderes. Es heute zu ändern würde viel zu viel Geld kosten. Und Stolz.

In allen ehemaligen britischen Kolonien fährt man links. Plus Japan und Mozambique. Minus Kanada. Sind immerhin fast 1/4 aller Straßenkilometer weltweit.

20:00 Gerammelt voll der Pub. Es ist wahr, die meisten lachen oft. Auch die Skinhead ähnlichen. Tische mit Damen besetzt, die Bar gehört den Herrn. Die einzigen, die sich schnell bewegen, sind die Bedienungen. Jede Bestellung wird gleich abgerechnet, nur die Tische zum Essen nicht.

Leber mit gebratenem Speck auf Kartoffelpüree mein Abendessen. Nun ja, viel Essig dabei. Steht im Guide der Schule, probieren sie alles, auch wenn’s fremd ist.

Über was ich noch nicht geschrieben habe, was mich ungemein fasziniert, ist die Exzentrik mancher Briten. Ich bewundere es und kapier es nicht, wie man so selbstbewusst mit Eselsohren, pinkfarbenem Gummimantel, grünen Stiefeln und blauen Haaren, lustig an der Zigarette ziehend, als ältere Frau aufrecht durch die Gegend ziehen kann. Am 26. Dezember verkleiden sich honorable Herren und Damen in Esel, Pinguine, Clowns. Von weit her kommen sie zum Bewundern und dann springt die Rasselbande ins Meer. Ich versuche, den Dresscode einzuhalten, die durchbrechen ihn. You like to pay, darling, sagt die junge Bedienung. Aber gerne doch.

Schluss mit Stuss, Schule beendet, jetzt kann ich englisch. Na ja, ein wenig besser. Aber ich hab’s gut. Ich weiß jemand, der hervorragen englisch kann. Marianita, mi querida, amor de mi vida.

Sidmouth am Donnerstag

Englisches Frühstück nochmal anders

Engländer, sagt Bill Bryson in seinem Buch Notes From a Small Island sind die glücklichsten Menschen der Welt. Er ist Amerikaner und muss es nach zwanzig Jahren in England wissen. Und begründet das mit der Fähigkeit, kleine Dinge zu mögen. Einen Tee mit Gebäck, sagt er, macht sie glücklich. Eine Winzigkeit an Luxus, sagt er, macht sie glücklich (they are so easy to please, sagt er) und vergleicht sie mit seinen Landsleuten, die von allem viel haben müssen. Schau sie dir an, die Engländer, kaum reden sie miteinander, lachen sie und freuen sich.

Gerade am Strand lang, den Berg hoch und auf der Flanke runter in die Stadt. Die kleinen, Reed gedeckten Cottages faszinieren mich. Es ist die Gegend der reichen Leute. Und in der Stadt, scheint mir, ist’s dasselbe. Nette Häuschen die einladen.

Mein kleines Zimmer

Nachts wache ich auf und dann hat sich der Dschungel gelichtet und all die Worte und Sätze sind da, die mir am Tag gefehlt haben. Sogar das Present Perfect Continuous hab ich verstanden. Und dann möchte ich es behalten und dann feilt mein Gehirn an den Sätzen und dann fehlt am nächsten Tag der Schlaf und dann wird der Dschungel noch undurchdringlicher.

Morgen ist schon der letzte Tag! Eine Woche ist zu wenig. Doch M kommt nächste Woche aus Lima zurück und sie umgehend in die Arme nehmen ist mein Bedürfnis. Unser kleines Haus ist zwar nicht englisch aber cosily, würden die Briten sagen. Und dankend eine Tee mit Milch annehmen. Den hab ich mir gekauft. Typisch englischer Frühstückstee.

Sidmouth am Mittwoch

Nun ist’s wieder England. Grau und diesig, alles nass. Regen? Da lachen sie, nein, Regen ist das nicht, der schüttet, wenn er kommt. Nur nebliger Dunst.

Mein Zimmer passt gut in ein tiny house. Das Waschbecken ist so klein, beim Mund ausspülen muss ich aufpassen, nicht daneben zu spucken

Sie schwärmen von alten Herrenhäusern. Und von Marry Berry, einer alten Lady, die für das Fernsehen Schlösser besucht, sich mit den Dukes auf Du und Du unterhält (sind auch nur Menschen), den Reichtum der Ausstattung bewundert und für die kocht. Wir haben eine Folge gesehen. Hatte natürlich sprachpädagogische Gründe. Ich bin geteilt. Natürlich ist das alles schön und prächtig, strahlt einen nicht zu fassenden Reichtum aus. Aber die arme Hausfrau, die täglich 150 Schlafzimmer, die prachtvolle Eingangshalle, den mit Edelhölzern ausgestatteten Empfangsraum, das Esszimmer für 59 Leute und den Salon sauber halten muss. 600 Jahre lang haben diese OberEdlen es geschafft, ihren Reichtum nicht nur zu vergrößern, nein, auch noch weiter zu geben. Und wir haben sie ihn erreicht? Und alle sehen es als natürlich an. Ich nicht.

Beim Inder: alkoholische Getränke kauft man im Supermarkt nebenan, Glas und Öffner werden geliefert. Klein der Raum. Muss ich erwähnen, dass die Bedienung freundlich ist? Oder flirtet sie mit mir?? Irre Gedanken nach einem übervollen Tag. Flasche leer (oder voll), keine Kapazität mehr. Ab mittags macht mein Gehirn zu. Und dann gehe ich einen Tee trinken und dann geh ich um die vier Ecken der Cottage und dann ist wieder ein wenig Platz.

Die Schule, der da links, das bin ich nicht. Nochnicht

Nur einmal beim Inder sehr gut gegessen. Das war am Südstrand, ein Linsengericht. Und danach suche ich noch immer.

Die Oberschicht hat eigene Begriffe für die Common People. Riff-raff, hoi polloi, oik. Oik kann ich mir merken, klingt wie Frosch quaken. Sie scheinen sich nicht sehr zu mögen. Common People haben auch ihre Schimpfworte. Und woher kommt die Anhänglichkeit an alles, was mit Königshaus zu tun hat? Mit dem Stolz auf Herrenhäuser? Mit der Liebe zur Sendung von Marry Barry?

Die Stadt ist klein und voller kleiner Häuser. Ich liebe sie, die alten Cottages

Jetzt schau ich mir noch Martha Argericht spielt Beethoven an, und dann ist bald Schluss mit dem Holzhackertag

Sidmouth am Dienstag,

Sid heißt der Fluss und mouth sagen die Engländer zur Mündung. Es gibt mehr Städte mit „mouth“ an der Südküste. Fällt mir auf: Mündung hat anscheinend auch was mit Mund zu tun. Die Grafschaft heißt Devon. Nach ihr wurde die Erdgeschichte benannt, die vor 400 Mio Jahren stattfand. Frühstück gibt’s ab 8:00, Engländer lassen den Tag langsam angehen. Öffnungszeiten an einem Laden: 10:00-3:00, Fr/Sa 6:00-9:00. ein anderer macht es vom Wetter abhängig. Open whole day, except bad weather.

Gestern Abend fertig wie ein geprügelter Hund. Als hätte ich den ganzen Tag Holz gehackt. Ich suche oft verzweifelt einen Weg durch das Unterholz von Worten, die mir nicht einfallen wollen. Wo ist die Alternative? Wie kann ich’s anders sagen?

Besonderheiten zum Frühstück: Spinat mit Eiern und Lachs oder pochierte Eier mit Lachs und holländischer Soße. Vorher Müsli mit Obst und Marmelade.

Eine Möwe hat mir im Sturzflug mein Brot aus der Hand geklaut. Jetzt hab ich kein Mittagessen mehr. Mistviecher! Warum kann man diese riesengroße Vögel nicht essen?

Thema des Tages: englische Kultur. Warum die Blutwurst black Pudding heißt, konnte mir keine sagen. Pudding heißt einiges.

Was Engländer essen

Bei den Cornish pasties die Erleuchtung, wo die chilenischen Empanadas herkommen. Engländer haben in Chile Bergwerke erschlossen, die Eisenbahn gebaut, Empanadas und Teetrinken um 5:00 Uhr nachmittags mitgebracht.

Sonne und eisig kalt. Autos müssen morgens sauber gekratzt werden. Das hindert harte Männer nicht, in kurzen Hosen zu gehen und in der Bucht herum zu schwimmen. Die haben sich ein englisches Frühstück verdient.

Ob ich das weiter aushalte von 9-1/2 4:00? Wir sind zu 2. und jede 1 1/2 Std. Wechseln sich die Dozenten ab. Heute hat der Kopf zugemacht, ging nichts mehr rein. Hausaufgaben gibts auch noch. Mal sehn. Heute Abend ist Fish and Chips dran. Und Whiskey mit Ginger Ale. Wie jeden Abend.

Montag, erster Unterricht

Sidmouth Seaside

Frische Luft, Kopf durchblasen. Um 9:00 fängt er an, der Unterricht bis 1/2 4:00. Eine Stunde Mittag, 1/2Std Frühstück. Wir sind zu zweit, gut. Schon da muss die Konzentration hoch sein. Mal sehen, ob ich mich gewöhne. Zumindest sind sie impressioniert von meinem Lebenslauf. Dabei hab ich noch nix erzählt vom ersten, technischen Leben. Der eine Dozent nuschelt. Und redet leise. Muss ich mich auch dran gewöhnen. Und alle sind sie nett.

Sogar in den Geschäften. Unvermittelt reden sie einen an, fragen nach woher und wohin und abends essen sie Pie. Oder Sundy Roast. Heute geh ich zum Chinesen. Das englische Frühstück abgesetzt. Den ganzen Sonntag lang voll.

Der Bunker steht auf der Anhöhe über dem Meer und diente zur Vorbereitung des D-Day. Ich kann nur vermuten, warum er Pillenschachtel heißt. Weil s so eng darin ist? Oder ist das englische Humor? Am Strand liegen Ruderboote. Eins heißt „Selbstmörder“. Auch englischer Humor?