Flughafen São Paulo 24.2.2022, 7:00 OZ (3:00 Uhr Nachts Deutschland) bis 14:00Uhr

Ich stinke. Reisen wird immer einfacher, suggeriert die Reklame vor mir. Dann sind sie noch nicht von Madrid nach Bolivien gereist. Die vier einhalb Kilometer im Flughafen in Madrid zu Fuß gestern Nacht war Sport. Fünfeinhalb Kilometer in São Paulo dagegen harte Arbeit. Auschecken, einchecken, Papiere hier, Papier da, immer dieselben, in Zeiten von Corona aufgebläht, ausruhen nach dem Nachtflug war angebracht und unmöglich. Nach der fünften Sicherheitskontrolle hat er mir die Rasierklinge abgenommen. Wo kommen bloß diese vielen Leute her? Die Schlangen vor den Passkontrollen nehmen kein Ende und die Lautsprecher warnen vor Menschenansammlungen. Sind wir die Minderheit, die Angst vor Reisen in Corona Zeiten haben? Überwiegend junge Leute sind es. Wir paar Alten und die im Rollstuhl kriegen bevorzugte Behandlung.

Zwischenhoch – zwei Caipirinhas zum Frühstück

Nach Bolivien? Wo ist das Ticket zum Verlassen von Bolivien? Ohne kommen sie nicht mit sagt der freundliche Mann beim Einchecken. Wie machen das die Leute ohne Spanisch und Portugiesisch? Ihr Englisch ist schwer verständlich. Unsere Nerven fangen an zu zittern. Doch meine Augen entschädigen mich. Brasilianische Frauen und Männer können eine Wohltat sein. Und von Putin keine Spur. Reist man nach Süden werden Probleme der ersten Welt immer kleiner.

Die Bewährungsprobe liegt noch vor uns. 37 Grad bei den Freunden in Santa Cruz. Und anderthalb Tage permanentes Masken Tragen macht Dellen hinter die Ohren.

Lieber das Geld für den Flug in den Wind schießen war noch vor einer Woche mein Credo. Zu gefährlich. Die Rechnung ohne M gemacht. Frank sagt, ihr habt schon so viel geschafft das schafft ihr auch. Und wirklich, ich hab Sehnsucht nach den Enkelinnen. Sofie noch nie gesehen. Ich muss mich langsam mal vorstellen

Früher war Fliegen exklusiv. Der Käptn kochte selber, die Stewardessen waren schön und freundlich. Heute knallen sie dir die in Plastik eingewickelten halb aufgetauten Sandwiches aus einem Pappkarton aufs Tablett. Alles ist Plastik. Tassen, Teller, Geschirr, Becher. Du hast es in einen Plastikbeutel zu sammeln, zum Schluss kommt der Müllcontainer vorbei. Die Speisung der 10 000 kriegt eine andere Bedeutung. Hauptsache billig. Plastik auch im Flughafen, alles amerikanisch, Kentucky schreit ficken eingeschlossen. Ganz versteckt ein brasilianisches Café mit Pão de Quejo, Empanadas, Qoxinhas, wohlschmeckend wie die Namen. Unter meinem Büro in Rio gab es solch ein Café mit Säften aus tropischen Früchten frisch gepressten.

Jetzt ist es 19:00 Uhr auf meiner Heimat Uhr. Unter uns wunderschöne Wolkengebilde und darunter vielleicht Paraguay. In 2 Std. sind wir bei den Freunden. Wenn sie uns rein lassen. Die Bolivianer.

Wunderschöne Tage der Isolation

Drei Paar Socken sind schon fertig

Lässig, locker, leicht. Wie Ferien. Und bei Sonnenuntergang gibt es Mojito.

Danach kochen wir. Eine kleine kulinarische Auswahl (alles selbst gemacht):

Gestern Dienstag: Falafel mit Griechischem Salat und Hummus

Vorgestern Montag: Eier in Erdnusssoße

Sonntag: Knoblauchhähnchen mit Bohnengemüse

Samstag: dicke Suppe

Freitag: Papa a la Huancaina

Papa a la Huancaina

Donnerstag: Spaghetti mit Reinholds Tomatensoße (mit Corned Beef – gibt’s immer, wenn Freitag ist))

Davor: Bratkartoffeln, Fisch, Hühnersuppe, Indische Linsen, Bohnenmus mit Avocado, Reis und Spiegeleier usw und so fort. Ich freu mich täglich auf das Abendessen.

Reis mit Bohnen, Avocado und Spiegelei.

Wie gut ist Kapitalismus

Lieber Friedemann, Du hast in deinem Kommentar wichtige Aspekte positiver und negativer Effekte des Kapitalismus benannt. Es ist in der Tat ein Thema von großer Tragweite: wie gut ist Kapitalismus.

Er ist wohl, wie die Demokratie, ein System mit vielen Facetten und Entwicklungsmöglichkeiten. Demokratie ist sicher nicht die beste Regierungsform die wir uns vorstellen können, wir haben allerdings über die Zeit gute Erfahrungen mit ihr gemacht. So auch mit dem Kapitalismus. Über die Zeit hat er enorme ökonomische Ergebnisse erbracht. Für viele. Auf der ganzen Welt. Und besonders bei uns. Das gilt für China aber auch für Afrika und Lateinamerika. Asien sowieso.

Doch der Kapitalismus ist nicht überall gleich. Und er wandelt sich. China hat es geschafft, einen zentral regierten Staat mit diesem auf ökonomischer Freiheit basierenden Wirtschaftssystem zu verbinden. Wie sie das machen, weiß ich immer noch nicht so genau. Aber es geht und hat gewisse Sympathien meinerseits. Siehe Corona Krise.

Wir hatten mal ein anderes kapitalistisches Wirtschaftssystem mit dem ich sympathisiere. Die soziale Marktwirtschaft. Auch Rheinischer Kapitalismus genannt. Er beruht darauf, jeden was vom Kuchen abzugeben. Leve un leve losse. Bis Thatcher, Reagan, Schröder, Blair kamen. Und Egoismus samt Marktradikalismus die Oberhand gewann. Bis dato war der Staat ein wichtiger Agent, nun sollte er nach der Neoliberalen Theorie fast verschwinden aus dem Wirtschaftgefüge. Und seine Schätze privatisieren. Friedmann und Konsorten hatten es in Chile vorgemacht. Fast alles, vom öffentlichen Verkehr bis zum Krankenhaus war danach in privater Hand. Und weil es Gewinn einbringen musste, teuer. Der Mittelstand verschwand, immer mehr Menschen wurden arm. Doch die Wirtschaft boomte.

Ungefähr hier wurde der Paradigmawechsel gesellschaftsfähig (Friedmann erhielt den Nobelpreis). Doch immer mehr Menschen in Chile ging es schlechter. Das neue Paradigma hieß: Priorität der Wirtschaft um jeden Preis. Seitdem haben wir ihn wieder, den Manchesterkapitalismus aus dem 19.Jhdt. Den wir überwunden glaubten. Wenn der Gewinn oberste Priorität im ökonomischen Gefüge hat, werden alle sozialen Belange untergeordnet. Krankenhäuser sind für mich das beste Beispiel. Wie kann man mit der Gesundheit von Menschen Gewinn machen wollen? Ich stehe fassungslos davor.

Maximierung der Marktmacht um jeden Preis folgt umgehend. VW musste unbedingt der weltweit größte Player werden und begann, die Abgase zu manipulieren. Größer werden war wichtiger als Gesundheit oder gar Ehrlichkeit. Der entfesselte Kapitalismus mit wenig staatlichen Regelungen und immerwährender Unterstützung durch die Regierenden falls mal was gegen die Wand gefahren wurde, sind seither dominant. Weil ja die Wirtschaft das Wichtigste ist. Es geht nicht mehr darum, Menschen mit Waren zu versorgen, es geht darum, Gewinn zu machen. Um jeden Preis. Und dann wird ausgelagert, mit just in time die Autobahnen als Warenlager genutzt, alles um des schnöden Mammons Willen.

Und dann gibt es noch einen negativen Aspekt der mir ins Auge sticht. Diese Art des Kapitalismus fördert Schlitzohren, skrupellose Menschen, die Menschen nicht mehr wahrnehmen, deren Welt nur aus schwarzen und roten Zahlen besteht. Die werden was im neuen Manchesterkapilismus. NO

Ich steh noch immer fassungslos vor der Nachricht, dass BMW Kurzarbeit angemeldet hat und gleichzeitig 1,6 Milliarden Euro als Dividenden auszahlt. 800 000,-€ alleine an die Quants. Sie schämen sich bestimmt nicht und kassieren auf der anderen Seite unsere Steuergelder ohne Skrupel. Die gesamten Dax geführten Unternehmen planen für dieses Jahr eine Dividenden Ausschüttung, mit der könnte ein Drittel des Kurzarbeitergeldes finanziert werden. Aber das ist nur ein Nebeneffekt. Cuponschneider gabs schon bei Marx.

Was will ich sagen? Unser heutiges kapitalistisches System ist Neoliberalismus, dominant seit Schröder. Es hat dem Wirtschaftssystem nochmals einen besonderen Kick nach noch mehr Warenproduktion und Gewinnmöglichkeiten gegeben. Wir brauchen nicht noch mehr Waren. Wir brauchen eine gerechtere Verteilung! Und eine geringere und nachhaltigere Ausbeutung der Ressourcen. Es müsste, es muss gehen mit einer sozialen Ausrichtung unserer Wirtschaftssystems. So wie beim Rheinischen Kapitalismus. Und unter Beteiligung des Staates. Wenn der es mal wieder schafft runter zu kommen von der Abhängigkeit und der Durchdrungenheit neoliberaler Wirtschaftstheorien. Da glauben die mehrheitlich dran. Glaube kann man verändern. Es ist nicht mehr der Glaube der Väter.

Wie unser modernes, globalisiertes Wirtschaftssystem funktioniert und warum es so verabscheuungswürdig ist.

Nicht nur, dass wir unseren Wohlstand auf Kosten der Menschen in den Niedriglohnländern selbstverständlich genießen. Nein, hinzu kommt noch, dass alles und jedes schneller, immer schneller funktionieren muss. Wollen wir das? Sind das die Erdbeeren zu Weihnachten wert?

Globalisierung: Unser schicker Kapitalismus mit tödlichem Antlitz | ZEIT ONLINE

https://www.zeit.de/kultur/2020-04/globalisierung-china-coronavirus-eugen-ruge

Das schreibt der Ruge: Auslagerung der Produktion ist für das Kapital deshalb eine Option, weil diese Auslagerung unglaubliche Profite bringt – allerdings auf Kosten der anderen. Unternehmen lagern Produktion aus, weil die Näherin in Äthiopien für 1,50 Dollar am Tag näht, weil Arbeitsschutzvorschriften in Pakistan nicht eingehalten werden müssen, weil Umweltvorschriften in China umgangen werden können. Darunter leiden Menschen, egal ob Chinesen, Pakistani oder Afrikaner. Der Sinn der Globalisierung besteht ja – aus der Perspektive des Profits – gerade darin, die Produktion in Länder zu verlagern, in denen die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur ohne allzu große staatliche Behinderung stattfinden kann, aus welchen Gründen auch immer. Sie zielt geradezu auf Staaten, die auf diese oder jene Weise die Sorge um Mensch und Umwelt vernachlässigen oder vernachlässigen müssen. Und auch wenn ganz große Gewinnmargen an Fonds, Manager und dubiose Zwischenhändler gehen, muss man sagen, dass unser sogenannter Wohlstand zumindest zu einem Teil auf brutaler Ausbeutung und Umweltzerstörung beruht – ein Wohlstand, der übrigens auch nur bei einer Hälfte der Bevölkerung ankommt: bei der oberen.

Für diesen Bruchteil der Menschheit werden täglich Millionen Tonnen an Waren durch die Welt geschippert – dafür dass diese kleine Gruppe immer alles sofort zur Verfügung hat, ob Erdbeeren zu Weihnachten, Wein aus Südafrika oder Datenzugriff noch im letzten Winkel, in dem sie Urlaub zu machen wünscht; für ihren Zweitwohnsitz in der Bretagne, für die Server auf denen sie Milliarden sinnloser Fotos deponiert. Dafür arbeitet die Näherin in Äthiopien, aber auch bei uns der Erntehelfer aus Rumänien, der Bauarbeiter aus Polen oder die 24-Stunden-Pflegekraft aus Bulgarien. Und sie dürfen noch froh sein, dass sie überhaupt bei uns arbeiten dürfen, dass sie nicht in Dürregebieten leben müssen oder jenen Kriegen ausgesetzt sind, die auch wegen der wirtschaftlichen Interessen des Westens geführt werden. Schlimmstenfalls sind wir noch stolz darauf, dass wir sie hereinlassen und in den Dienst stellen.

Und:…. Die große Flüchtlingskrise von 2015 war ein Vorschein dessen, was die Welt in der Zukunft erwarten könnte. Covid-19 ist eine kleine Erweiterung dieser Perspektive. Die Kosten der Globalisierung haben bisher immer die Ärmsten getragen. Die Katastrophen fanden immer woanders statt. Dass die Folgen unserer Wirtschaftsweise nun allmählich und, seien wir ehrlich, in noch abgemilderter Form auf uns zurückkommen, ist nur folgerichtig. Wenngleich hierbei von Gerechtigkeit nicht die Rede sein kann, denn auch dieses Mal wird die Krise wieder die Ärmsten am stärksten treffen

Als Senior Experten in Südafrika. Projekt zu Ende. Es geht heim

Pretoria den 21. März 2020

Es reicht. War kein einfaches Projekt. Wir haben es bis zum Ende durchgehalten. Denke, sie können mit ihrer kleinen Organisation professioneller und inhaltlicher weiter machen als bisher. Wenn sie denn wollen. Was haben wir gemacht? Wandzeitungen.

M hat Mediation als ein wirksames Modell der Streitschlichtung in Schulen vermittelt. Sie sind beteiligt an einem größeren Projekt der GIZ mit der Polizei zur conflictreduction an Schulen. Ein überaus wichtiges Thema. Die kloppen sich hier nicht nur. Fachwissen dazu ist Mangelware. Das Pädagogische Landesinstitut von Rheinland Pfalz hat uns freundlicherweise ihre Broschüre zur Verfügung gestellt, die M übersetzt hast. Wenn wir es schaffen, die in Deutschland und anderswo lang schon erprobten Methoden auch hier ein zu führen, ich glaube, dann haben wir viel erreicht. M tut ihr Bestes (und sie ist gut).

Gibt’s jetzt auch auf Englisch

Den Lunch mit unserer Gruppe und den Eltern von Tsetse, die aus Limpopo, wo wir letztes Wochenende waren, haben wir nach langem Zögern abgesagt. Und das Gefühl bekämpft, Verpflichtungen seien wichtiger denn Vorsicht. Afrikaner nehmen gemeinsames (Abschieds)Essen sehr ernst. Tut uns leid.

Mir geht das Messer in der Tasche auf, wenn ich die Bilder sehe, wie diese jungen Schnösel, die sich für die Krone der Welt halten, feiern als sei nix gewesen. Alle möglichen Gründe werden angeführt, warum sie das tun. Sie sind, und das meine ich nicht erst seit gestern, egoistische ich zentrierte Arschlöcher. Produkt einer Ellbogengesellschaft, die nur an sich und eigene Vorteile denken kann. So sind sie aufgewachsen, so agieren sie auch in dieser Krise.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-in-den-usa-krise-welche-krise-a-ad312ab9-c968-4e92-affd-24d912fcead3

Heute geht unser Flug. Soll gehen! Meine Schwester hat uns einen Artikel geschickt, dass Deutsche am Flughafen Johannesburg abgelehnt wurden trotz gültigem Ticket. Es wird noch mal spannend. Und dann das Wetter. Es soll noch mal Winter werden in Deutschland. Wir werden gleich mal die Sauna anmachen. Wenn wir heim kommen. Und 14 Tage darin in Quarantäne verweilen.

Vorletzter Tag in Südafrika

20. 3. 20 M.

Heute früh erhielt ich eine Nachricht von Matsetsebale auf WhatsApp, dass er uns erst um zwei abholen würde. Dann könnten wir noch etwas arbeiten und danach essen gehen. Hier machen jetzt alle Restaurants um 18 Uhr zu. So richtig viel zu tun war aber nicht mehr, wir redeten ein bisschen, und er fragte, ob wir weiter Kontakt halten könnten, er hätte uns gerne als Berater im Board of Advisers. Wenn wir können, gerne. Dann verschwand er mit Nené und die beiden kamen mit riesigen Plastiktüten zurück. Sie hatten Getränke und eine wunderbare Torte gekauft und, ich habˋs kaum geglaubt, Teller, Schüsselchen und Besteck. So habe ich doch meine Fußspuren hinterlassen. Jedes Mal wenn sie mit eingeschweißtem Essen und Plastikgeschirr und -Besteck kamen, habe ich etwas gesagt und auf die Müllberge verwiesen, die wir täglich hinterließen. R und ich hatten schon Gläser gekauft, aber die muss man eben auch immer spülen. Dann kamen Spüli und Tücher dazu und nun brauchen sie bald einen Schrank. Zur Zeit steht noch alles auf dem Konferenztisch. Es war so nett, wie sie lachend und stolz uns gegenüber saßen und wir alle die Torte verspeist haben.

Dann mussten wir uns beeilen, noch in unser Lieblingsrestaurant „Baobab“ zu kommen, damit wir rechtzeitig fertig wären. Morgen wird uns Tsetse zum Flughafen nach Johannesburg fahren, aber vorher müssen wir zu ihm kommen, seine Eltern sind auch in Pretoria und sie bestehen darauf, uns zum Lunch einzuladen. Man hat uns erklärt, dass es für Afrikaner sehr wichtig ist, dass die Gäste immerzu etwas zu essen haben, nein sagen geht gar nicht. Okay, dann müssen wir rechtzeitig packen und fahren gleich vom Lunch zum Flughafen. Mit Rs Mittagsschlaf wird es wieder nichts, aber er kann in den kommenden Wochen so viel schlafen………

Tati hat gerade angerufen, ihre mündliche Prüfung am Montag wurde abgesagt. Heute fanden sie noch statt. Jetzt hängt sie in der Luft und muss warten, bis es irgendwann weiter geht. Bewerben kann sie sich ohne die letzte Prüfung auch nicht. Sie weiß nicht, was sie machen soll, lernen muss sie nicht mehr, ihr Zimmer hat sie schon ein paarmal aufgeräumt und die Fenster geputzt. Wäre schön, wenn sie bei uns sein könnte!

Bilder aus dem Voortrekker Denkmal in Johannesburg

Anfang des 19. Jahrhunderts übernahmen die Engländer die Macht über die Buren in der Kapprovinz unten, am Kap der guten Hoffnung. Sie führten englisch als Verkehrssprache ein, verboten die Sklaverei und verärgerten die ehemaligen Herren, die Holländer. Auf der Suche nach neuem, eigenem Siedlungsgebiet zogen ab 1835 bis zu 12 000 Menschen in Trecks mit riesigen Wagenzügen nach Norden. Durch heiße Steppen, über große Flüsse, hohe Berge.

Der Treck über die Drakensberge

Immer wieder angegriffen von Völkern, die dort hunderte Jahre lebten. Das größte Volk waren die Zulu mit Oberkönig und Unterkönigen. Ein Kriegervolk.

Die letzte Schlacht fand am Blood River statt. 600 gut schießende Buren mit ihren einheimischen Hilfstruppen metzelten aus ihrer Wagenburg die Zulu. Die hatten keine Chance mit ihren Speeren und Schildern gegen das geballte Feuer. Pretorius, ihr Anführer hatte Gott vorher einen jährlichen Feiertag versprochen, gäbe er die Feinde in ihre Hände. Gott erhört Pretorius. Genau an dieser Stelle errichteten die Buren ihr hässliches Denkmal. Innen ausgestaltet mit umlaufenden Wandfriesen, den Treck und die Schlachten verherrlichend.

Zwiespältig sind meine Gefühle. Es war eine enorme Leistung der Trecker, bis in den Norden des heutigen Südafrika vor zu dringen und Siedlungen, kleine Staaten aufzubauen. Auf Kosten der Ureinwohner. Die sie mit Appartheitsgesetzen überzogen und ausbeuteten. Ach nein, zwiespältig nicht, es war eine Sauerei.

Pretorius
Typische Siedlerin samt Nachwuchs
Die Wagenburg
Frauen kämpfen mit
Zulus greifen das Lager an. Greueltaten auf beiden Seiten
Die Zulus haben keine Chance
Ein heroischer Junge schützt seinen Vater. Nur die Buren waren heroisch
Frauen helfen ihren Männern, damit sie weiter kämpfen
Der Zuluhäupling muss seine Kapitulation unterschreiben