Atahualpas Rache

Nun hat sie mich doch erwischt, die Rache des Inkakönigs. Verdenken kann ich es ihm nicht, übel würde ihn mitgespielt von uns. Gut, es waren Spanier, um die 160 wüste Männer auf Pferden, angetan mit Brustpanzer, Helmen, martialisch aussehend. Es waren keine Abenteurer, es waren Mörder, Diebe, Plünderer, einzig auf Bereicherung aus. Ich kann es bis heute nicht recht begreifen. Atahualpa gebot über ein Heer von hunderttausenden. Doch Pizarro und seine Männer stellten dem Incaführer in Cajamarca eine Falle, nahmen ihn gefangen, forderten Lösegeld – Pizarro markierte mit seinen über den Kopf gestreckten Arm die Höhe im Saal, die mit Gold gefüllt wurde. Lauter unersetzliche Kultgegenstände, die diese Barbaren einfach einschmolzen. Und nach Spanien verfrachteten. Als persönliches Eigentum. So haben sie es die ganze Zeit in Südamerika gehalten: rauben, plündern, ausbeuten, sich bereichern. Nichts blieb für das Land.

Atahualpa hat die Kammer mit Gold füllen lassen, dann haben die Spanier ihn mit der Garotte umgebracht.

Dibujo de Felipe Guamán Poma de Ayala, que representa la muerte del Inca Atahualpa, por decapitación

Der Inka war kein feiner Herr, im Bürgerkrieg mit seinem Bruder waren beide Seiten grausam. Das gesamte Inkareich von Chile bis Ecuador gab es erst 150 Jahre und war durch den Krieg geschwächt. Atahualpa hat die Spanier völlig unterschätzt, sein Augenmerk halt den Bürgerkrieg. Trotzdem! Was für eine Chuzpe, in der Stadt voller Inkas den von seinem riesigen Hofstaat umringten König mit Kanonenschüssen und um sich schlagenden und stechenden Barbaren auf Pferden heraus zu keilen und gefangen zu nehmen.

Nach dem Tod von Atahualpa fiel das Inkareich zusammen. Noch knapp 300 Jahre herrschten die Spanier. Dann mussten auch sie zwar bereichert aber geschlagen aufgeben. Lokale Eliten übernahmen die Macht, machten es nicht viel anders als die Spanier. Sie bereichern sich bis heute im Chor mit internationalen Konzernen und dem Volk bleibt wenig bis gar nichts.

Ironie des Schicksals: zum ersten Mal in der Geschichte Perus ist ein Landarbeiter Präsident. Und macht offenbar nichts anderes als seine Vorgänger. Er bedient seine Klientel, seine Familie, sein Gefolge mit Korruption.

Kein Wunder, dass Atahualpa uns Weiße nicht leiden kann. Nix als Unglück haben wir seinen Ländern gebracht. Ach ja, weiter im Norden rächt sich Montezuma auf die gleiche Weise.

Jetzt gilt es Salzwasser trinken, Bananen essen, Zwieback kauen. Und auf Salat, Eis, Ceviche verzichten. Kohletabletten war früher angesagt. Doch die, sagte mir ein Experte, müsste man pfundweise zu sich nehmen.

Veröffentlicht von REinloft

Alte und neue Welten erfahren und erdenken. Immer wieder.

6 Kommentare zu „Atahualpas Rache

  1. …vielleicht hilft ja auch Dein magic ‚Pisco Sour, Reinhold – auf alle Fälle gute Besserung und greets aus Hamburg
    lg Werner & Crew

    1. Wir hatten einen Freund in Ecuador. Denn sein Spruch bei Durchfall war: 1/2 Ltr. Rum ( der Freund war aus Hamburg). Entweder es hilft, sagte er, oder es ist dir egal.
      Grüße an die Crew

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