Museo Larco, Lima/Peru

Ist das beste Museum in Lima; das beste Museum in Peru; gehört zu den 20 besten Museen der Welt. Frank hat es uns empfohlen, wir empfehlen es weiter. Wanderer, wenn du nach Lima kommst, lass dich nicht zwei Mal bitten, besuche das Museo Larco.

Mit unserer Sicht auf die Incas als früheste peruanische Geschichte tun wir den Konquistadoren und ihren nachfolgenden religiösen Eiferern, den katholischen Pfaffen, im Nachhinein noch einen Gefallen. Die haben versucht, die wirkliche peruanische Geschichte mit Stumpf und Stiel auszurotten. Denn die in ist unendlich viel reicher und länger. Das Museum ist wie der Eingang zu einer Wissens-Höhle. Dumm wie wir sind erweitert sich unser Wissen in der Höhle, die sich öffnet zu einem Tempel der Erkenntnis (Hilfe, aber es ist schon spät und ich bin überschwänglich).

10 000 Jahre vor Christi [sic!!] waren die ersten Jäger und Sammler im Gebiet von Lima und südlich. Muss man sich mal vorstellen. Deren Vorfahren sind über die zugefrorene Beringstraße und dann quer durch Amerika bis zum heutigen Peru und bis Chile gewandert. In der Ausstellung sind Feilspitzen und Netze zu sehen, die sie zum Fischen benutzen. So ab 7000-5000 v. Chr. begann die Besiedlung der peruanischen Küste, sind die ersten kulturellen Artefakte überliefert. Und danach begann die Kultur.

Die bekanntesten Namen prä-peruanischer Kulturen, die von der Archäologie geprägt wurden, sind die

Paracas, Nasca, Cupisnique, Mochica, Recuay, Lima, Wari, Lambayeque, Chimú, Inca

sie siedelten vom Norden bis Süden die Küste entlang und in den Bergen in etwa 3000 Jahren Geschichte.

Ich hab vor lauter Staunen vergessen, Bilder von den einfachen bis hoch künstlerischen Plastiken zu machen. Nur als Beispiel dieses Gesicht und die Trommel (aus dem Katalog Museo Larco Lima Peru)

Mochica Priester so um Chr. Geburt pi mal Daumen (die Schätzungen gehen von 1 vor und 800 nach (Larco) und 200 vor bis 600 nach Chr. (Rowe)
Nasca Trommel (wie oben)

Deftig sexuelles gibt’s in einer eigenen Ausstellung. Zum Beispiel dieses Skulpturengefäß, das eine Leichenfigur mit einem großen, aufrechten Penis beim Masturbieren darstellt. Der Rand des Glases hat Löcher, so dass beim Trinken vom oberen Rand Flüssigkeit durch die Löcher verschüttet wird und der Benutzer gezwungen wird, vom Penis des Charakters zu trinken.

Mochica (Schätzung: wie oben)

Fasziniert hat mich die Opferleidenschaft, die der der Azteken höchstens in der Masse nachsteht. Opfer gibts in allen Religionen. Hier sollte der geopferte Mensch die Götter besänftigen und gutes Wetter bringen (für die landwirtschaftlich geprägte Gesellschaft überlebenswichtig – das gute Wetter). Waren schon eigenartige Methoden, die Opfer zu bestimmen. Beim Fußball konnte es die Mannschaft sein, die verlor. Oder beim Kampf der Besten zu Pärchen im vollen Zeremonienschmuck. Wer dem Anderen zuerst den Kopfschmuck runter riss, hatte gewonnen. Die Verlierer wurden geopfert. Es waren die besten des Stammes. Oder Kopf ab Messer, hier schamhaft Zeremonienmesser genannt

Interessant auch, wie viel Platz in dieser großen Ausstellung den Inca gewidmet ist. Nämlich eine Nische. In der Tat war diese ohne Zweifel große Volk nur 250 Jahre an der Macht. Das Reich der Inkas wurde um 1350 n. Chr. gebildet und umfasste Berg- und Küstenstädte. Ihre Hauptleitung: sie integrierten auf pragmatische Weise das Wissen und die Leistungen der vorinkaischen u Gesellschaften in ein effizientes Verwaltungssystem.

Cuzco als Hauptstadt des Reiches wurde vom Inka Pachacutec, dem wahren Gründer des Reiches, durchgeführt. Zusammen mit seinem Sohn Tupac Yupanqui kontrollierte er ein weites Gebiet durch Eroberungen, Verhandlungen und Allianzen.

Das Inka-Reich erstreckte sich bis nach Nord-Ecuador und Südkolumbien, bis nach Nordargentinien und Zentralchile. Die Inkas bauten weitläufige Straßen und Hängebrücken. Sie hinterließen uns außergewöhnliche landwirtschaftliche und hydraulische Systeme. Sie entwickelten Registrierungs- und Kommunikationssysteme für die administrative Kontrolle ihres großen Territoriums

Huayna Capac, der Nachfolger von Tupac Yupanqui, widmete einen Großteil seiner Regierung der Aufrechterhaltung der Eroberungen und Allianzen, aber es gelang ihm nicht. Konflikte waren zwischen den verschiedenen Familien und Machtgruppen entstanden. Der Krieg zwischen den Söhnen von Huayna Capac, Huáscar und Atahualpa, spiegelt diese Situation wider. Die Ankunft der spanischen Eroberer fällt mit diesem internen Kampf zusammen und erleichterte die Eroberung.

Noch eine Befriedigung. Offenbar bekamen die geldgierigen und mörderischen Conquistatores nicht Gold in den erhofften Mengen (gut, immer noch viel zu viel). Neben dem wunderbaren goldigen Kopfschmuck unten steht geschrieben: Die Goldschmiede waren Künstler in Legierungen. Nur geringe Prozente an Gold wurden den zumeist Kupfer Untergründen überzogen. Die werden dann geguckt haben, die spanischen Mörderbanden. Hach!

Und noch was hat mir gefallen. Diese bigotten Spanier mit ihren kriecherischen Priestern wollten auf Teufel komm raus alle Kultur der eroberten Gebiete vernichten.

Doch die Andenkünstler interpretieren die Kultur aus Spanien neu. Sie assimilierten europäische Techniken und passten sie an indigene Ressourcen und Praktiken an. Die von den Europäern eingeführten zumeist religiösen Themen wurden mit den uralten Themen vermischt. Unter christlichem Schein wurden die Andenmythen und -riten weiterhin festgehalten.

Die älteren Anden-Götter wurden durch die Heilige Dreifaltigkeit und die kleinen Götter durch die Heiligen ersetzt. Die Jungfrau war die Pachamama. Die Erzengel waren leicht in die religiöse Bildsprache zu integrieren, da sie mit den Kriegervögeln, den alten Andengottheiten, vergleichbar waren. Das ist, sagt die Ausstellung, bis heute so und hat seinen Namen: Synkretismus.

Die Web-Seite ist genau so brillant wie die Ausstellung. Wer will, schaut hier mal vorbei:

https://www.museolarco.org

Ach ja: sie haben auf dem Grundstück den schönsten Garten Limas. Und darin ein schönes Restaurant mit schönen Menschen

Eine Antwort auf „Museo Larco, Lima/Peru

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  1. Jaaa- habe beste Erinnerungen an das Museo Larco! Kathi und ich haben dort den ersten Weihnachtsfeiertag 2017 verbracht, zuerst das spannende Museum und dann haben wir im herrlichen Garten gesessen und wunderbar gespeist. Ein Weihnachten der besonderen Art, unvergesslich.

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