Ich fahre gerne mit dem Schiff.

Unseres, die A-Rosa, ist ein Stand-Schiff. Letzten Donnerstag ab 15:00 Uhr Einstieg im Hafen Le Pecq, Freitag Nacht nach 24:00 Uhr ging’s los. Weil, wie der Kapitän bekannt machen ließ, die Schleussenwärter am 1. Mai nicht arbeiten. Zeit genug, um Paris zu besichtigen. Mit dem Bus, der Hafen liegt weit entfernt.

Nächster Stopp Rouen, an Samstag 15:30 Uhr, ab Sonntag 19:15 Uhr. Gelegenheit, mich um die Geschichte Jean d‘Arcs zu kümmern. Die Stadt ist voll davon. Hier wurde sie verurteilt, verbrannt und rehabilitiert. M ist mit dem Bus an die Küste gefahren um die Felsen von Monet zu bewundern.

M: wir sind zuerst in Le Havre gewesen, das nach den Bombardements 1945 fast vollständig wieder aufgebaut wurde, größtenteils mit Beton. War zwar praktisch aber bietet wenig fürs Auge.

Etretat ist ein aus den Fugen geratenes Dorf, das von Touristen überschwemmt wird. Die alten Häuser aus Feldsteinen, Kieseln, Backsteinen und Fachwerk sehen sehr nett und Vertrauen erweckend aus, als ob sie nochmal ein paar hundert Jahre halten würden, dazwischen viele alte Bäume. Ja und am Strand mit den Alabaster-Felsen rechts und links der Bucht und den Kieseln kann man sich gar nicht satt sehen. Ich war so hingerissen, dass mir eine Möwe mein Eis aus der Hand vor dem Mund klauen konnte. Die Wolken, der teils blaue teils bedeckte Himmel veränderten ständig die Farben des Wassers und die Stimmung. Faszinierend! Kein Wunder, dass Monet und viele andere Maler sich diesen Ort zum Malen ausgesucht haben.

R. Weiter:

Caidebec-en-Caux war nur 5 Std weit. Im Regen mit tiefhängenden Wolken beim Abendessen. Auch hier ein Tag Zeit, endlich konnte M zur Ärztin, die Zecke hatte sich eingegraben, ließ sich trotz Nachgraben nicht entfernen. Pech, am 1. Mai, Samstag, Sonntag keine Möglichkeit ärztlicher Versorgung (auf dem Schiff gibt’s offenbar noch nicht mal Heftpflaster). Sieht gut aus, sagte die Ärztin beruhigt, alles richtig gemacht, desinfiziert mit Alkohol (äußerlich) und Salbe und Ibuprofen. Ob es Borreliose wird, kann man erst nach drei Wochen feststellen.

Morgen Dienstag, geht’s weiter, und zwar zurück. Les Andelys soll auch nett sein. Richard Löwenherz seine Schloss Ruine kann besichtigt werden. 8:00 Uhr an, 12:00 Uhr ab.

Aber dann, aber dann, der Höhepunkt der Reise erwartet uns in Vernon, 2 Std. weiter. Die Bordzeitung schwelgt:

„Dieser Tag ist sicher ein Highlight bei der Seine-Kreuzfahrt. Sie können den Garten und das Haus von Claude Monet in Giverny besuchen. Es ist zu Recht ein Magnet für Kulturfreunde und Romantiker. Der üppige Garten sieht aus wie eine wilde Blumenwiese in einem impressionistischen Gemälde. Die Krönung: der verwunschene Seerosenteich, Motiv eines der wertvollsten Gemälde der Welt. Und Sie können ihn live sehen und bestaunen. Einfach traumhaft!“

In Vernon geht’s am Mittwoch, wenn die Frühaufsteher um 6:00 Uhr ihren Kaffee trinken, zurück nach Le Pecq, dem Hafen vor Paris. Eine Nachttour in das lichterfüllte Paris wird angeboten. Vielleicht mach ich die noch. Und am Donnerstag um 9:00 Uhr Ende. Wir müssen runter vom Schiff.

Es schaukelt nicht, das Schiff! Gleichmäßig gleitet es dahin, wenn es mal fährt. Keine Chance, seekrank zu werden. Die Landschaft und die Häuser muten englisch an. In der Tat, 100 Jahre bis Mitte 1500 beherrschten sie die Normandie.

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