Eine Begegnung der 3. Art

Wir hatten nachgefragt, ja, es gibt momentan noch einen SES-Experten in Santa Cruz. Der kam zum Treffen mit Fahrer und Dolmetscher, berät eine Firma, die Chips herstellt, wohnt in einem großen Hotel und heisst Antonius. Wir fragen den Dolmetscher. Jürgen. Und weiter. Schütt. Nein! Doch! Kennst Du Klaus Pedro Schütt? Das ist mein Onkel. Wir waren perplex. Klaus Pedro, ein alter Freund, hat als Regiseur mit uns den Film über den Deutschen Entwicklungsdienst in Ecuador, unsere Arbeit, gedreht. Er ist Deutsch-Bolivianer, die Familie seit Generationen ausgewandert. Nach dem Großvater Nicolaus Jürgen Schütt, der noch mit dem Esel über Land ritt und seine Geschäfte machte, ist eine Straße in Potosi benannt. Sein Vater war Konsul und Großhändler, von dem einstigen Reichtum ist einzig das große Haus in Sucre geblieben. Coqui, eine der schönsten Frauen die wir kennen, ist leider in den religiösen Wahn abgedriftet, lebt von Klaus Pedro getrennt. Die große Familie Schütt hat sich über die Welt verteilt, wenn möglich studieren sie in Deutschland, einige sind dort geblieben.

Und nun treffen wir seinen Neffen in einem Cafe in Santa Cruz de la Sierra! Er ist Konzertgitarrist, hat in Hamburg Musik, Kust und Architektur studiert und arbeitet als Dolmetscher für verschiedene Institutionen. Manchmal gibt er Konzerte.

Jürgen, nach seinem Großvater benannt, hat die Bilder mit uns an Klaus Pedro geschickt. Vielleicht treffen wir uns.

https://www.zeit.de/2007/47/Familie-Schuett