Vorbereitungen

Heute, am Samstag Abend ist die kirchliche Hochzeit von Juan Pablo und seiner Braut Flavia. Ich habe ihn letztes Jahr in Deutsch unterrichtet, deshalb sind wir auch eingeladen. Er ist Karens Neffe und wohnt im Nachbarhaus.

Männer haben’s leicht, sie duschen und rasieren sich und ziehen einen Anzug an. Mein langes Kleid hab ich mir letzte Woche auf Anraten von Karen besorgt – sowas Schönes hatte ich noch nie und ich hoffe, ich werde noch einmal in meinem Leben die Chance haben, es zu tragen….5CFC3961-7902-4A82-8D8D-1CAFFB632915

Wir, d.h. Karen, ihre Schwester Cynthia und ich hatten einen Termin im Schönheitssalon. Die beiden wollten sich romantische Hochsteckfrisuren machen,  sich schminken und die Fingernägel bearbeiten lassen. Ich wollte die Haare geföhnt und die Fingernägel lackiert haben. Während die beiden die Frisuren-Apps in ihren Handies mit der Friseurin diskutieren („Diese Frisur kann ich dir diesmal nicht machen, das Wetter ist zu feucht, da hält es nicht…“) wurde ich in einer Abstellkammer vor einem kleinen Waschbecken platziert und bekam die Haare gewaschen. Mit kaltem Wasser. (Ich erinnere mich noch an mein erstes Mal in Ecuador, da hab ich tatsächlich nach warmem Wasser verlangt. Eine Helferin musste in einem Kochtopf Wasser auf dem Gaskocher erhitzen.) Sie sagen, kaltes Wasser laugt die Haare nicht so aus.

Die beiden anderen hatten mittlerweile lauter Ringellocken und warteten auf das Kämmen.  Plötzlich kam eine ambulante Verkäuferin mit ihrem Rucksack und einer Kollektion neuer Blusen und Unterwäsche herein und alle Kundinnen und Angestellte des Salons begutachteten die Sachen, probierten in der Abstellkammer an , diskutierten und traten in Kaufverhandlungen ein. Meine Haare waren wieder trocken in der Zwischenzeit. Als es weiter ging, und meine Haare wunderschön geföhnt wurden, bearbeitete eine weitere Angestellte meine Fingernägel. Die beiden anderen mussten leiden. Sie bekamen heißes Wachs unter die Nase gestrichen, dann wurde es mit Klebstreifen abgerissen, und dabei verschwand auch der Damenbart. Die Augenbrauen wurden gezupft und das Schminken begann. Auch hier wurden Make-up-Apps zu Rate gezogen. Die beiden sahen unglaublich schön und dramatisch aus, wie Showstars und zum Verwechseln ähnlich.

Nach viereinhalb Stunden waren wir endlich fertig. R. war mit Alfredo im Zetrum gewesen und hatte einen Schuhputzer für seine schwarzen Hochzeitsschuhe gesucht. Aber bei Regen arbeiten sie nicht.

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu “Vorbereitungen

    1. Danke, das Kleid ist wirklich wunderschön. Hoffentlich kann ich es nochmal tragen. Deine Kinder oder meine Enkel müssen heiraten!

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    1. Danke Dieter, Südamerika tut mir gut. Die Frauen nehmen sich hier mehr Zeit, sich schön zu machen, und das lohnt sich! Bis bald mein Lieber.

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