Hochzeit

Wir mussten vorher noch schnell eine Empanada essen, denn die kirchliche Trauung war um 20 Uhr angesetzt und vor 23 Uhr würde es sicher nichts zu essen geben.

Wo der Gottesdienst stattfand, war leicht zu finden, Luxuskarossen und aufwändig zurechtgemachte Frauen in langen Abendkleidern wiesen den Weg. Glitzernd, halb durchsichtig , freizügig ausgeschnitten, für das Klima bestens gekleidet die Frauen und Mädchen, in Anzügen die Herren.

Eine kleine Kirche, ein freundlicher Priester, der eine kurze prägnante Predigt hielt, zwei Paten des Brautpaares, die geeignete Stellen aus der Bibel vorlasen, dann brachten zwei kleine Jungen die Ringe auf einem Kissen und ließen sie fallen. Schließlich klappte es doch noch mit den Ringen, eine Band spielte das Ave Maria, wundervoll gesungen von einer schwarzen Sängerin, dann küssten sich unsere beiden Verliebten  und schritten über die gestreuten Rosenblätter nach draußen. Wir freuten uns mit ihnen, sie sind beide so rührend jung und hübsch. 1C4EF972-E979-4FA0-AC1F-90C4AD0E7716

Die Feier fand in einem romantisch geschmückten Lokal im historischen Zentrum statt und es erforderte einige Geduld, bis alle Gäste mit dem Brautpaar fotografiert waren. Auch der Hochzeitswalzer dehnte sich, weil immer wieder Fotos gemacht wurden. Leider durften R. und ich nicht auf die Tanzfläche, der Walzer war nur für Familienangehörige, für Opa mit Enkeltochter, Mutter mit Sohn und Nichte mit Onkel. Keiner von ihnen konnte Walzer tanzen.

Schließlich gab es eine Kleinigkeit zu essen, nicht so sehr zum Sattwerden, mehr, damit man was im Magen hatte, wenn man trinken wollte. Die nun folgende Lifemusik stellte alles in den Schatten. Blechern und wummernd, grell und vor allem laut, alte Cumbias und Merengues gehipt und gehopt. R. hat seit Karneval Probleme mit seinem Gehör und lief sofort auf die Straße. Dann versuchten wir es mit Ohrstöpseln aus Tempotaschentüchern, aber die Musik war zuviel für ihn. Er fuhr nach Hause. Er bat mich aber, noch zu bleiben, was ich schon alleine deswegen tat, damit sich mein neues Kleid lohnte. Ich tanzte mit Karens Tante, unterhielt mich mit ihr und mit ihren Eltern, tanzte mit anderen Frauen, dem Bräutigam, in Gruppen, alleine….Die Stimmung war fröhlich und liebevoll. Viele der Gäste, die ja alle zur Verwandschaft der Braut oder des Bräutigams gehörten, hatten sich lange nicht mehr gesehen und freuten sich. Andere waren neugierig auf die Neuen in ihrer Familie. Und auf mich.6689EE74-F9A0-4C04-B401-FB5A75C31E16

Um halb vier war ich bettreif und Gott sei Dank Alfredo und Karen auch. Wir konnten  nach Hause.

 

 

 

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