Eine Reise durch Griechenland der Antike III

Thessaloniki, Pella, Vergina, Meteora, Thermopylen, Delphi, Olympia, Nafplio, Mykene, Epidauros, Korinth, Athen, einmal rund um Festland und Peloponnes. Im Bus.

Manchmal bring ich sie durcheinander, die Stationen der Fahrt. Dann weiß ich nicht mehr, wo ich gestern war.

Olympia ist ein Steinbruch mit zerborstenen Säulen und enormen Steinblöcken.

Allein die schiere Größe des Areals hat mich beeindruckt. Und die Sportart Pankration. Das war Ringen und Boxen bis zu Aufgabe oder Tod. Einen gabs, sagt Anastasia, der hat alle Kämpfe gewonnen. Seine Spezialität war der Genickbruch. Gewonnen hat er oft, weil der Gegner schon bei der Auswahl die Hand hob und aufgab.

Olympia war ein heiliger Ort, dem Zeus geweiht. Der kriegte Stiere als Opfergabe. Die wurden ganz verbrannt und stanken wie die Pest. Gegen Blut, Mücken und Geruch verkohlten sie haufenweise Weihrauch. Alex der Große hat mal ein Schiff voll des wertvollen Gutes gesandt. Da waren die anderen Spender sauer. So viel konnten sie nicht. Es gab noch andere Götter, denen geopfert wurde. 3600 (oder 6300, das hab ich vergessen). Für jeden Charakter einen. Die kriegten kleinere Opfer. Wenn genug geopfert war, begannen die Spiele. Waren sie fertig, wurde nochmals geopfert. Deshalb hieß der Ort der Olympiade Heiliger Hain. Nachdem Konstantin 312 n.C. das Christentum eingeführt hatte und Griechenland zum Römischen Reich gehörte, waren die Götter ein Dorn im Auge. Der Nachfolger Theo-dingsda versprach jedem einen Haufen Gold, der einen Tempel abriss. Gold gewann und Olympia verlor. Den Rest besorgten Erdbeben. Ach ja, das Christentum hat Konstantin nicht daran gehindert, seine Frau und seinen ältesten Sohn umbringen zu lassen.

Anastasia informiert. Ständig. Ohne Pause. Die ich brauche. Sonst quillt mein Kopf über. Kann ich mich ihrem enormen, detailversessenen Wissen bei den Besichtigungen alter Stätten und Museen noch entziehen – ich ziehe den Knopf im Ohr raus und höre nur zu, wenn ich aufnehmen kann – ist das im Bus nicht möglich. Sie benutzt den Lautsprecher. Und teilt zwanghaft am laufenden Band mit, was sie sieht und was ihr durch den Kopf geht. Von Krösus bis zur Feststellung, wir fahren jetzt durch einen Tunnel wenn wir durch einen Tunnel fahren. Von Olivenbäumen in Kreta bis zum Eisenmangel ihres Vaters (Griechen essen viel Zitrone deshalb, sagt sie). Von der Methode der Oma, die Säure des Olivenöls zu testen (in der Öllampe, wenn es zischt, hat es zu viel) bis zur Größe der Kartoffeln (Griechen essen nur große, kleine verkaufen sie an Barbaren, also uns). Von Athene, von Olivenholz dem harten und Ziegen, von Sofia und der Weisheit Gottes, von der Philosophie, die weiß, das sie nichts weiß. Von Blüten und Regen, von Christus und Olivenbäumchen, Feuerschutzzonen, Agamemnon, der Heimat von Herkules. (Das eben war eine Mitschrift in Stichworten). Viel lernen kann ich von ihr. Könnte ich. Wenn ich nur ein Bruchteil behalten täte. Manchmal frage ich sie aus.

Jetzt ist sie bei Argos angelangt. Der hat sich einen Nagel aus dem Fuß gezogen um göttergleich zu werden. Den Rest hab ich vergessen. Agamemnon kommt morgen dran, sagt sie.

Zum Everest wollte ich schon immer mal

Wir sind im Hotel Amalia in Nafplio. Wunderschön, großzügig, geradlinig, eines der schönsten, die ich kenne. Stil nach Frank Lloyd Wright (Einfachheit und Ruhe).

Mykene, die uneinnehmbare

liegt oben zwischen Hügeln, wurde öfters angegriffen, nie erobert, 18 m hohe und strassenbreite Mauern und der Engpass des Löwentors haben das verhindert.

Bis heute. 100e, aberhunderte strömen durch die Ruinen. Bekannt auch ist Mykene durch Agamemnon, Anführer des griechischen Grossheeres im Krieg gegen Troja. Anastasia sagt, das mit dem Raub der schönen Helena durch Paris sei Sage, den Mykener wars zu Hause zu eng geworden, wollten neue Städte gründen und Eisen brauchten sie auch. Nach so 10 Jahren haben die Griechen Troja erobert, Agamemnon fuhr nach Hause und wurde von seiner Frau mit Liebhaber im Bad erdolcht. Pech.

Schliemann war der Erste, der die Sagen ernst nahm, Troja ausgrub und außerhalb der Stadtmauer von Mykene viele Goldschätze fand.

Zwei Tage im selben Hotel ist eine Wohltat.

5 Gedanken zu “Eine Reise durch Griechenland der Antike III

    1. Freut mich. Gestern Abend sind wir in Athen angekommen. Deine Bilder sind wunderschön! Und Anastasia wird uns nochmals (das letzte Mal) mit ihren profunden Kenntnissen beglücken. Bin dankbar für die vielen Informationen, eine Menge bleibt doch hängen.
      Grüße zurück

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  1. Ich habe die meisten der Orte, die du beschreibst, noch sehr gut in Erinnerung. Dabei ist es schon so lange her. Wir waren mit Zelt und Rucksack in Griechenland unterwegs damals. Als Studenten. Für mich war es eine meiner beeindruckendsten Reisen. Alles war neu, ich kam ja nicht aus dem Bildungsbürgertum. Die Entdeckung der Antike war ein Abenteuer.

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    1. War das da, wo wir uns getroffen haben? Außer den Thermopylen habe ich damals nichts vom antiken Griechenland gesehen. Ich glaube, ich hab’s noch nicht mal geahnt, dass es so was gab. Später natürlich schon.

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