Sidmouth Freitag Abend

Warum fahren die Briten (und andere Vasallen) links?

Wird abgeleitet aus der Zeit der Turniere und Schwertkämpfe. Bis in das späte 17. Jhdt war es überall (auch auf dem Festland) üblich, links zu reisen. Die „edlen“ Herren ließen ihre Damen links gehen wenn sie mal gingen, hielten sich selbst auf der linken Seite, damit der Schwertarm rechts frei war. Falls ein anderer edler oder unedler Mensch vorbeikam und was von der Dame oder dem Ritter wollte, der rechte Arm das Schwert aus der links getragenen Scheide ziehen konnte.

War er mit dem Pferd unterwegs, stiegen die meisten von links auf, hielten die Zügel mit der linken Hand und ritten links weiter. Beim rechts reiten musste das Schwert über den Kopf des Pferdes geschwungen werden.

Robespierres machte in der französischen Revolution alles anders, führte den Rechtsverkehr ein und Napoleon verbreitete ihn in Europa. Manche sagen, kam ihm entgegen, er war linkshändig und ließ seine Armee rechts von ihm marschieren.

Doch die Briten blieben stur bei links, sie sind halt was Besonderes. Es heute zu ändern würde viel zu viel Geld kosten. Und Stolz.

In allen ehemaligen britischen Kolonien fährt man links. Plus Japan und Mozambique. Minus Kanada. Sind immerhin fast 1/4 aller Straßenkilometer weltweit.

20:00 Gerammelt voll der Pub. Es ist wahr, die meisten lachen oft. Auch die Skinhead ähnlichen. Tische mit Damen besetzt, die Bar gehört den Herrn. Die einzigen, die sich schnell bewegen, sind die Bedienungen. Jede Bestellung wird gleich abgerechnet, nur die Tische zum Essen nicht.

Leber mit gebratenem Speck auf Kartoffelpüree mein Abendessen. Nun ja, viel Essig dabei. Steht im Guide der Schule, probieren sie alles, auch wenn’s fremd ist.

Über was ich noch nicht geschrieben habe, was mich ungemein fasziniert, ist die Exzentrik mancher Briten. Ich bewundere es und kapier es nicht, wie man so selbstbewusst mit Eselsohren, pinkfarbenem Gummimantel, grünen Stiefeln und blauen Haaren, lustig an der Zigarette ziehend, als ältere Frau aufrecht durch die Gegend ziehen kann. Am 26. Dezember verkleiden sich honorable Herren und Damen in Esel, Pinguine, Clowns. Von weit her kommen sie zum Bewundern und dann springt die Rasselbande ins Meer. Ich versuche, den Dresscode einzuhalten, die durchbrechen ihn. You like to pay, darling, sagt die junge Bedienung. Aber gerne doch.

Schluss mit Stuss, Schule beendet, jetzt kann ich englisch. Na ja, ein wenig besser. Aber ich hab’s gut. Ich weiß jemand, der hervorragen englisch kann. Marianita, mi querida, amor de mi vida.

3 Kommentare

  1. Du kannst so schön beobachten und darüber schreiben, bleib noch ein bisschen! Und die schrägen schrulligen Engländer bieten auch genug Stoff. – Ach nein, ich will Dich ja morgen Abend am Bahnhof gesund und munter entgegennehmen. Und noch mehr Erzählungen hören.
    Also gute Reise und bis bald!

    1. Eine Woche Sprachunterricht ist nicht viel, ich fang gerade an, in der Sprache wieder besser zu schwimmen. Und Briten verstehen, geht in der kurzen Zeit noch weniger. Ich hab einiges von ihnen lieben gelernt. Und freu mich auf heute Abend und dass Du mich abholst. Bis dann.

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