Panamericana, die Traumstrasse


PERU & ECUADOR 1970

Der „Traumstraße der Welt“, der Panamericana wollte ich von Antofagasta aus über Peru, Ecuador, Kolumbien folgen. Ich bestieg den Greyhound Bus in Antofagasta. 

Das war nicht mein Bus, aber so ähnlich sah er aus

In  Chile und Peru führt die Straße  2800 km der Küstenlinie entlang durch die Wüste und biegt in Ecuador in die Anden ab.

Mit der Panamericana nach Puerto Montt waren das über 7000 km auf meiner Traumstraße.

Faszinierend, was Wasser bedeutet. Ab und an tauchen Quebradas auf, lange Täler in der Wüste.

Der Bus schraubte sich die Hänge hinab, unten  alles grün und fruchtbar, gespeist durch einen unterirdischen Fluss. Drüben geht es wieder hinauf und weiter durch staubtrockene Landschaft. In Lima blieb ich nicht lange, sah viel Gold in Museen, ein wenig davon ist übrig geblieben, den Rest haben die Spanier geklaut. Ich lernte: Francisco Pizarro, ein schreibunkundiger Schweinehirte, zerstörte in den Anden die Hochkultur der Inka. Getrieben von der Gier nach Gold, löst der Spanier riesige Raubzüge aus. 

Dann Ecuador mit Guayaquil an der Küste und Quito in den Hochanden. Ich weiß noch, dass mir die Luft weg blieb, bei 3500 Höhenmeter kein Wunder. Viel kann ich nicht erinnern. Mit einer rappeligen Bus hinab in den Regenwald.

Dort, wo die Straße am Fluss endete, bot eine Baracke in einem dunklen Loch klamme Betten an, , die Küche, ein Verschlag, war das Restaurant. Ich hatte Hunger. Es gab Sandwich. Es schmeckte unbekannt, ich fragte. Es war Hund. Mir wurde schlecht.

Über den Fluss ein Stahlseil gespannt, daran eine Plattform ohne Begrenzung. Alles wurde darauf transportiert, Säcke, Hunde, Menschen, alles. Hinab auf die andere Seite ginge es im freien Fall, abgebremst am Ende durch Autoreifen. Ein Unterstand, die Bar mit Billardtisch  und Coca-Cola Schild, das letzte. Reifenspuren verschwanden im Wald. Da lernte ich, kommen keine Cola- Schilder mehr, hört die westliche Welt auf. Rückwärts musste die Plattform gekurbelt werden. Hoch über dem Fluss hängend konnte es vorkommen, dass der Kurbler keine Lust mehr hatte. Dann schimpften die Leute. 

Dass ich 12 Jahre später als Beauftragter des DED in dieses Land zurückkehren würde, war unvorstellbar. 

Dann hatte ich keine Lust mehr, wollte heim und schiffte mich in Guayaquil ein. Das italienische Kreuzfahrtschiff passte durch den Panamakanal, fuhr über Caracas, Curaçao, Barcelona nach Genua.

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