Sidmouth am Sonntag

Massenexodus ins Freie. Die Sidmouther genießen Sonne und Wärme im Winter. Januar ist statistisch der kälteste Monat mit dem meisten Regen. Seit gestern scheint die Sonne.

Der rote Sandstein an der Steilküste zeigt in seinen Schichtungen, dass er 235 Mio Jahre alt ist und Wüste war. Steht hier.

So oder ähnlich sah es mal aus

Sie reden mit mir als wäre ich von hier. Meist genügt mein berühmtes Lächeln. Wenn ich was sagen muss, versuche ich kurze, gut überlegte Sätze. Das ist kontraproduktiv, dann gehts Gerede geschwind weiter und sie schauen geradeaus. Ich versteh aber nur die Hälfte, wenn’s geschwind weiter geht und sie mich nicht anschauen. Muss ich jetzt stottern?

Ich strahle um die Wette mit Sonnenschein und Menschen. Was hab ich wieder für ein Glück!

Sonntag morgen 8:00Uhr. Möwen haben mich geweckt. Ich höre sie nur, der Blick aus dem Fenster geht in einen Schacht in den unten die Küche ihre Abluft bläst. Die kleinen Sprossenfenster sind schön dicht.

Frühstück ist im Preis, ansonsten ist es teuer hier. Ich glaub nicht, dass ich solch einen Fettklumpen die ganze Woche schaffe, auch wenn es ökonomisch sinnvoll ist. Er hält lange vor.

Der Brexit hat, so ein weiteres Argument, mit Demokratie zu tun. Abgeordnete werden persönlich gewählt. Sie kümmern sich Wochenende für Wochenende persönlich um Sorgen und Nöte ihrer Wähler. Tun sie das nicht, sind sie schnell weg vom Fenster. Europas Abgeordnete kennt keiner (ich auch nicht). Und wenn bei Problemen Brüssel angeschrieben wurde, sagen sie, kam nie eine Antwort. Auf der Ebene liegt auch mein Problem. Ich liebe die Freiheiten der EU. Und kritisierte die menschenferne, anonyme Maschinerie. Ich bin gespannt, wie sich die UK ohne Brüssel entwickelt.

5 km den Hügel hinan und hinab und durch die Stadt gelaufen, jetzt tun mir die Beine weh. Wie den Ameisen, den zweien, die wollten von Hamburg nach Australien reisen. Doch bei Altona

auf der Chaussee, da taten ihnen die Beine weh. Und so verzichteten sie weise, auf den letzten Teil der Reise. Ich will aber nicht verzichten. Nochmals von Porto nach Santiago pilgern ist mein Traum.

Mein Hotel

10 Kommentare

  1. Blutwurst am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Dieses alte englische Sprichwort soll Dich durch die Woche begleiten. Und die Sonne. Was bist Du für ein Glückspilz! Sonne in England. Im Januar. Ist das jetzt schon dieser Brexit?

    Liebe Grüße und genieße die Zeit!

    1. Eine sehr interessante Analogie. Das Wetter freut sich auf den Brexit. Und mit beiden geht es aufwärts. Morgen fängt der Ernst des Lebens auf der Schulbank wieder an. Aufregend das alles.
Eine schöne Woche wünsche ich Dir, liebe Schwester

  2. Eine sehr interessante Analogie. Das Wetter freut sich auf den Brexit. Und mit beiden geht es aufwärts. Morgen fängt der Ernst des Lebens auf der Schulbank wieder an. Aufregend das alles.
    Eine schöne Woche wünsche ich Dir, liebe Schwester

  3. Wie schön, da will ich auch hin. Der Himmel ist blauer als hier! Aber wärmer wird’s hier sein, so 23 – 27 Grad, und das Essen ist besser, sogar Hamburger würde man hier kriegen, wenn man wollte. Aber jetzt gibts Tomaten-Avocado-Salat. Maluchi ist im Bett, ich habe sie gerade gebadet, die kleine Sofi benötigt keinen Schlaf, sie ist immer munter.
    Schöne Gegend hast du dir da ausgesucht. Ich bin gespannt auf deinen Englisch-Unterricht. Wenn er nix ist, kannst immerhin spazieren gehen! Und dich mit den Leuten unterhalten. Wie groß ist Sidmouth? Gibts auch einen Inder?
    Viel Glück morgen! 🍀👍🤪

    1. Guten Morgen meine Liebste!
      Wie schön, gleich nach dem Aufwachen von dir zu lesen. Ja, ich bin ganz gespannt. Hoffentlich halte ich durch, lernen amS Stück strengt mich sehr an. Na ja, dann müssen wir halt Pause machen. Ich sicher, dass es was bringt. Und wenn es neue Erfahrung ist.
      Sidmouth hat 15 000 Einwohner. Und ein Chinesisches Restaurant. Gehe ich heute hin. Gestern nicht mehr viel gegessen. Englisches Frühstück ist nix für mich.
      Abrazo fuerte mi querida, portate bien, no, traiga algo para contar
      Tu amante

  4. Na, da hast du dir ja was ausgesucht: Englisch lernen bei den Engländern. Die versteht doch kein Mensch (zumindest ich nicht). Man mag ja sonst über Amerikaner schimpfen, aber Englisch können sie besser – jedenfalls verstehe ich die besser. Aber das Frühstück ist in den USA auch oft nicht gesünder. Es gibt immerhin keine Blutwurst dort.

    Übrigens ist das Wetter nicht nur bei den Brexitern schön! Auch in Bayern und in Österreich scheint die Sonne – und soweit ich weiß, ist in beiden Staaten kein Europa-Exit geplant. Dafür hat Johnsons Busenfreund Trump bei schönem Wetter in Davos für schlechte Stimmung gesorgt. Der ist ja auch nah bei den Menschen, zumindest mit Fox News schafft er das – gab einen interessanten Kommentar in Spiegel Online zum gefährlichsten Mann weltweit: Murdoch (Engländer oder Australier, Trump enabler, Brexit-Freund, Klimawandel-Leugner, Besitzer von allen wichtigen Zeitungen und Fernsehsendern in den USA, England und Australien mit denen anti-demokratische, umweltfeindliche, Kapitalismus-freundliche Stimmung gemacht wird. Wahrscheinlich wird man ihn mal in eine ähnliche Kategorie stecken wie den Herausgeber des „Stürmers“…

    Lieber Reinhold, Ich wünsche Dir noch sonnige Tage an Englands Küste und ein dreifaches „Gut Lern“ 🙂

    Friedemann

  5. Was lange währt wird endlich gut. Marianne geht noch über Deine Einschätzung hinaus, wer das populärste Englisch spricht. Bad English, sagt sie, ist die Weltsprache. Indien und Afrika sind ihre Haupt-Zeugen.
    Trump, ja, wieviel blöde Menschen gibt es eigentlich auf der Welt? Oder haben die nicht so ganz blöden was falsch gemacht? Sicherlich ist die abgehobene Schicht unserer Politiker und Bürokraten die sich aus sich selbst heraus befriedigen (bei uns nicht aus Geld- eher aus Machtgier, in Ländern wie Italien ist das schon anders) hauptschuldig . Ich erinnere mich an den Wahlkampf in den USA, hättest du die Clinton gewählt? Ich nicht. Natürlich nicht Trump. Wahrscheinlich gar nicht. Irgendwo da liegt der Schlüssel. Viele Menschen haben es satt, von diesen abgehobenen Kompromisslern des kleinsten gemeinsamen Nenners verwaltet zu werden und das Gefühl zu haben, nix zu zählen. Ich denke, hier in England ist es ähnlich mit dem Brexit. Brüssel ist zu abgehoben, sie antworten noch nicht mal auf Klagen. Kennst du deinen Europaabgeordneten? Versteht er deine Sorgen? Da ist was gründlich schief gelaufen. Aber das ist natürlich nicht die ganze Erklärung.
    Wir haben eine Lehrerin aus Südafrika, die verstehe ich gut. Und einen typischen Engländer, der nuschelt auch noch, da muss ich viel raten. Dazwischen gehts. Aber mein Kopf ist zu klein.
    Ich wünsch dir was, Friedemann, bis dann.
    BTW: Murdoch kann mich am Arsch. Der kommt bestimmt nicht in den Himmel. Da kann sich der Papst anstrengen wie er will

    1. Ich kenne weder meinen Europa-Abgeordneten noch meinen Bundestagsabgeordneten – aber das liegt auch ein Stück weit an mir. Ich glaube, das sind z.T. nur vorgeschobene Argumente, die nationale „Karte“ ist nur gezogen worden, weil es einflussreiche Kreise gab, die damit entweder Geld verdienen oder mehr Macht bekommen. Und offensichtlich gibt es dahinter massive Kräfte, die skrupelos ihre Medienmacht ausnutzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Zum Beispiel die „Koch-Brüder“ (u.a. Besitzer der Firmen Heinz und Krafft sowie von Ölfirmen – übrigens Murdoch und Trump freundschaftlich verbunden) überziehen in den USA jede Bürgerinitiative mit Klagen, die sich für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in ihren Kommunen einsetzen – zusätzlich zu dem propagandistischen Feuerwerk durch die entsprechend gelenkte Presse.

      Ich fürchte, wir bekommen viele merkwürdige „Diskussionen“ aufgezwungen durch die Verbreitung von Falschinformation (z.B. wurde lange behauptet, es gebe auch wissenschaftlich fundierte Ansichten, die einem Klimawandel widersprechen. Wenn man sich dann genauer ansieht, wer dahinter steckte, dann waren das oft entweder Leute die von den entsprechenden Industrien bezahlt wurden oder Meinungen von völlig unbedeutenden Leuten, die durch die Murdoch-Presse oder ähnliche Medien aufgebauscht wurden). Wir sehen ja auch bei der AfD, wie die Meinungen „gemacht“ werden. Wenn etwas oft genug wiederholt wird und dann noch von möglichst „seriösen“ Quellen aufgegriffen wird, fangen viele Menschen an, es auch zu glauben. Natürlich brauchts dazu eine gewisse „Grund-Unzufriedenheit“ oder Verlust-Ängste oder ähnliches. Aber weshalb greifen die Leute dann nicht die eigentlichen Verursacher ihrer Misere an oder die Hauptprofiteure? Das wäre doch viel logischer. Deshalb sind diese ganzen „Ablenkungen“ durch die entsprechenden Medien so wichtig. Und diese Macher sind so gut, dass sie es fertig bringen, einen Vollidioten wie Trump, der bei seinen Handlungen vor allem an seine eigene Geldbörse denkt, Millionen von Leuten als einen amerikanischen Messias zu verkaufen.

      Natürlich fand ich die Clinton unsympathisch und schlecht und auch Obama hat manche Sauereien auf dem Gewissen – aber wenn die sich einen Bruchteil von dem erlaubt hätten, was sich ein Trump erlaubt, hätte die Murdoch Presse sie zum Abschuss freigegeben – und das vermutlich im wörtlichen Sinne.

      Ich denke, wir sollten sehr genau hinschauen, von wem welche Argumente kommen und was damit bezweckt werden soll. Natürlich heißt das nicht, dass ich alles gut finde was in Europa und im Europaparlament passiert. Aber die Kritik der Abgehobenheit kann man auf jeder Ebene anbringen: die wird schon in Penzberg den Leuten im Stadtparlament vorgeworfen (und das muss noch nicht mal unberechtigt sein!!).

      Lieber Reinhold, ich fürchte, der Kopf wird immer kleiner, je älter wir werden. Für dein Alter, ist dein Kopf aber noch verdammt groß :-). Liebe Grüße F.

      1. Hoho, das mit dem Kopf, dem dicken, ist ja prächtig! Zur Diskussion zurück: ich hab von den Koch-Brüdern gelesen. Und Murdoch ist mir auch ein Begriff. Medienmacht ist immer gefährlich und diese schrägen Typen sind hochgefährlich. Völlig kongruent mit dir.

        Das Problem mit Brüssel sind nicht die Abgeordneten. Das Parlament gehört zum fortschrittlichen Element im gemeinsamen Europa. Sie müssen sich, obwohl demokratisch gewählt, jede Befugnis erkämpfen. Ich liebe Europa und seine Freiheiten. Noch nie hatten wir so viele. Das Problem ist der autark agierende Block der Bürokratie, geführt von einer Kommission, die niemand gewählt, die niemanden Rechenschaft schuldig ist. Das geht nicht! Da ist ein Strickfehler drin. Und das u. a. monieren die Engländer. Im nationalen Rahmen gibt es ähnliche Phänomene. An einen Olaf Scholz kommst du nicht mehr ran, an die Kanzlerin schon gar nicht. Das nutzen die Populisten schamlos aus. Die da oben machen was sie wollen und kümmern sich nicht mehr um uns. Das Gefühl scheint weit verbreitet. Und führt zu Abkehr. Abgeordnete sind nur kleine Rädchen in diesem Spiel. Obwohl Engländer anscheinend gewohnt sind, ihre Abgeordneten am Wochenende treffen zu können, ihnen ihr Leid klagen zu können. Ob die was ändern, steht auf einem anderen Blatt.

        In den USA haben wir alle nur die Westküste und die Ostküste gesehen und den ganzen Mittelteil sich selbst überlassen. Auch die Politik hat das so gemacht. Und den Menschen da, hab ich gelesen, geht es überwiegend schlecht, sie hatten und haben große Probleme. Das hat Trump erkannt. Schau mal, wer ihn gewählt hat und nach wie vor hinter ihm steht. Unfassbar bei dem Typen. Ich hab die Amis sowieso noch nie verstanden. Eine gefährliche Mischung. Einen egozentrischen Demagogen und Lügner aus Passion gestützt von einer unheimlich starken rechtskonservativen Medienmacht.

        Ach ja, Koch-Brüder überziehen jeden mit Prozessen, der sich für öffentlichen Verkehr einsetzt weil sie ihr Geld mit Straßenbau verdienen.

        Jetzt reicht aber. Mein dicker Kopp dampft dicke.
        Ist schön, mit dir zu diskutieren
        Bis dann

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