Als Senior Experten in Südafrika.

1. März 2020 Flughafen Frankfurt 21:00 Uhr

Wie sollte es anders sein, wie immer verabschiedet uns meine Schwester Hanneliese am Flughafen. Bisher hat sie uns immer gebracht, dutzende Male. Diesmal sind wir mit dem Zug angereist, sie kommt extra. Lieb!

Unsere Maschine kommt aus Tokio, ist über den Nordpol geflogen, muss das Eis los werden, das sich auf den Tragflächen gebildet hat. Wir warten. Die Kabine heizt sich auf, stimmt ein auf afrikanische Temperaturen. Höre Carmina Burana in meinen wunderbaren Kopfhörern. Luxus und Musikgenuss pur. Hat mir M zu Weihnachten geschenkt. Los gehts. Das Eis ist weg und unser Flieger wird kalt. 11 Std nach Johannesburg.

Mit Toccata und Fuge hebt der Flieger ab. Bachsche Orgelmusik dröhnt in meinem Kopf. Ich liebe Fliegen.

Unsicherheit ist unser Begleiter. Seit Tagen aufgeregt. Südafrika ist Afrika und doch nicht. Die sozialen Spannungen entladen sich in Kriminalität. Sagt das Auswärtige Amt und warnt. Eine Lehrerin im Sprachkurs in England outet sich als Südafrikanerin. Ich hab gerade meine Familie samt Oma nach England geholt, sagt sie. Zu unsicher das Land da unten, sagt sie. Bleiben Sie hier, sagt sie.

Das erste Missverständnis löst sich auf. Matsetsebale Tleanesetse ist keine Frau. Sagt Tsetse zu mir, sagt der quicklebendige kleine Mann, der uns abholt. Ich bin müde, er erzählt noch auf dem Flughafen die Geschichte des Projekts, seinen Inhalten, was er von uns erwartet. Und isst sein Croissant, gefüllt mit zerlaufenem Käse und Ei. Seinen Minicooper steuert er rasant, mit Fingerspitzen lenkend, das Telefon bedienend und ab und an nach hinten gedrehten Kopf Marianne zugewandt, durch den dichten Verkehr auf der Autobahn nordwärts nach Pretoria. Die erste Erkenntnis: es gibt verdammt dicke Autos hier. Die zweite: das Wetter ist dasselbe wie in Deutschland. Der Himmel hängt auf der Stadt, es regnet und ist kalt. Nun ja, 14 Grad sind es schon. Immerhin! In Deutschland waren es 9.

Gefangen fühle ich mich. Wir dürfen nicht raus, nur mit dem Taxi oder wenn uns Tsetse abholt. Zu unsicher. Vielleicht mal tagsüber? Das Hotelchen bietet uns eine Microwelle an, wir könnten uns selbst was aufwärmen. Alles wird sich zeigen. Bestimmt kommt die Sonne, sagt Tsetse und braust davon. Wir schlafen erst mal. War eine lange Nacht und der Tag ist auch schon halb vorbei.

1 Kommentar

  1. VERABSCHIEDUNG in Ffm., HERZLICH wie immer :-))
    FLUG, ohne nenneswerte Probleme. Die Start-Phase war durch Eis verzögert. Bei der RICHTIGEN Musik, GEHT fast alles !
    ANKUNFT gelungen, jedoch mit GEMISCHTEN Gefühlen !!
    WETTER,etwas wärmer, als zu Hause. Könnte aber, ANGENEHMER sein !!!
    HOTEL/Unterbringung, wir haben schon BESSER gewohnt !…!!!
    AUSRUHEN, ist angesagt :-))

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