Freitag (R)

Es ist alles lauter. Von drüben wummert ein Bass. Bei der Hochzeit letztens hat’s mir das Gehör verletzt. Autos hupen und sind wenig schallgedämpft. Und flitzen von Lücke zu Lücke, immer ein Auge auf dem Anderen, der könnt ja Scheiss bauen so wie man selbst. Wir waren im Zentrum. Seltsam immer wieder, mitten im kleinen Park der Plaza ist Ruhe.

Sie ist das Wohnzimmer von Sta Cruz. Familien sitzen und unterhalten sich, alte Männer spielen Schach, hübsche und weniger hübsche Frauen zeigen ihre Körper und junge Männer versuchen Eindruck zu erwecken. Menschen schauen dich an beim Vorübergehen, bei jungen Mädchen besonders angenehm. Nur die Taubenschwärme schrecken manchmal auf. Herren in weißer Jacke und keck auf dem Kopf sitzenden Schiffchen bieten Espresso in kleinen Thermobechern für 75 Cent an, stark, süß, schwarz. Beim Iren zu Mittag gegessen. An der Wand große Gemälde aus der Heimat. Wie kommt ein Ire nach Santa Cruz? Die Aussicht auf die Plaza ist schön. Das Fleisch knochenhart. Die Quinoasuppe mit Cilantro schon eher Südamerika.

Alfredo zeigt uns die Ausstellung mit Gemälden seines Großvaters und seines Großonkels, zu ihrer Zeit bekannte Maler in Bolivien und Spanien. Er hat sie in einem der wunderbaren alten Häusern der ruhmreichen Gründerzeit organisiert. Beides, Maler und Haus sehenswert.

Ausstellung
Alte und neue Architektur

Veröffentlicht von REinloft

Alte und neue Welten erfahren und erdenken. Immer wieder.

2 Kommentare zu „Freitag (R)

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