Sur le pont d’Avignon
Ich bin wieder um meine geliebte Schifffahrt gekommen. Heute Nacht im 3:00 Uhr ist unsere aRosa von Arles los, als ich aufwachte lag sie schon im Hafen von Avignon.
Morgens Spaziergang zum Papstpalast, nachmittags 30 Grad, ich liege im Bett, siniere vor mich hin, Päpste kommen nicht gut bei mir weg (doch, den jetzigen mag ich). Besonders die vom 14. bis 16. Jhdt. Mein lieber Schieber, was für Typen.

Imposant und potthässlich der Palast. Zwischenstück zwischen Verteidigungsanlage und Palast in Block-Bauweise.
Ab 1309 haben 7 Päpste hier residiert, die letzten beiden allerdings in Doppelbesetzung mit Rom. Es war die Zeit des große Schisma, der Gegenpäpste.
Erst 1417 konnte die Kirchenspaltung weitgehend aufgehoben werden, nachdem der Avignon-Papst vom Rom-Papst belagert und zur Flucht getrieben worden war. Würde mich interessieren, wie die „allein seligmachende“ zwei Vertreter Christi erklärt hat.
Die Päpste in dieser Zeit, ob in Rom oder Avignon, waren allerdings weniger geistliche Oberhäupter. Sie regierten wie weltliche Fürsten, betrieben Macht- und Bereicherungspolitik und verteidigten ihre Interessen auch militärisch. Die berühmtesten dieser Linie Anfang des 16. Jhdts. waren Rodrigo Borgia (als Alexander der VI hatte er trotz Zölibat Mätressen und Kinder, die er allesamt in hohe Ämter hievte) und der „Kriegerpapst‘, Julius II. Mit Seelsorge hatten die wenig am Hut. Julius kämpfte lieber vorneweg in seinen Kriegen. Und zu Hause stellte er Michelangelo ein, förderte Raffael und ließ den neuen Petersdom beginnen. Das rächte sich: mit dem Verscherbeln von Ablassbriefen um die Baukosten aufzubringen, hat er Luther auf den Plan gerufen und die Kirchenspaltung provoziert.



Bilder vom Inneren des Palastes sind von M.

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