
So habe ich einen alten Ausdruck in Erinnerung: auf dieser Seite des Wassers, auf jener Seite des Wassers. Ob er genau so geschrieben wird, weiß ich nicht mehr. Aber hier an der Rhône passt er wunderbar. Denn Tournon-sur-Rhône und Tain-l’Hermitage liegen sich unmittelbar gegenüber. Dazwischen fließt die Rhône, und eine leichte Hängebrücke verbindet beide Orte. Und wenn man über die Brücke schreitet, hier die großen Häuser der Reichen mit ihren steil aufsteigenden Weinbergen, auf der anderen Seite der Schokoladen Ort Tain (wo wir liegen).
Besonders interessant ist die Brücke selbst. Hier experimentierte der aus der Gegend stammende Ingenieur Marc Seguin schon im frühen 19. Jahrhundert mit Hängebrücken aus Drahtseilen. Seine 1825 eröffnete Brücke über die Rhône war technisch wegweisend. Die heutige Passerelle stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, weil die Schiffe höher wurden. Besonders unsere Typen.


Viel Zeit haben wir nicht. Morgens vor dem Aufstehen waren wir schon hier, aus Avignon kommend, am späten Nachmittag geht es weiter nach Lyon und dem Ende.
Vielleicht ist genau das Tournon: Man muss gar nicht viel abhaken. Man geht einfach über die Brücke – hip de brig, dipp de brig – und schaut sich beide Seiten an.
PS: Langsam hab ich genug von Besichtigungen. Dafür können natürlich diese schönen Städte nichts. Mein Aufnahmevermögen kränkelt. Noch eine generelle Beobachtung: hier finden wir Gebäude schön, die in Würde alt, sehr alt und grau geworden sind. Zu Hause neigen wir dazu, sie mit Farbe zu erneuern. (Kein Vorwurf an andere, wir lassen gerade unser Holzhaus frisch streichen, darf auch nicht alt aussehen). Aber zurück:

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